Auf dem Weg in die Nachhaltigkeit: Enorme Potentiale von Rezyklaten & Biokunststoffen

663
Lebhafter Austausch bei der Podiumsdiskussion (Quelle: Kunststoffland NRW e.V.)

Düsseldorf — Rezyklate und Biokunststoffe sind keine neuen Themen für die Kunststoffindustrie. Allerdings kommt jetzt neuer Schwung in die Debatte kommt, denn die nicht endende Diskussion um Plastikmüll in Weltmeeren und Gewässern macht mehr als deutlich: Die Kunststoffindustrie muss nachhaltiger werden, und sie hat alle Potentiale dazu. Dieser Ansicht ist auch der kunststoffland NRW e.V., das Netzwerk der Kunststoffindustrie.

Deshalb bot der Verein unter der Überschrift „Rezyklate und Biokunststoffe – Chancen und Märkte – TOP-Trends für Verarbeiter und Anwender“ am 19. September 2017 in Iserlohn erneut ein spannendes Forum für alle interessierten Industrievertreter und traf damit ins Schwarze. Unter den über 100 Teilnehmern waren sowohl führende Rezyklat- und Biokunststoff-Produzenten und -Verarbeiter als auch die wichtigsten Anwenderindustrien zahlreich und hochkarätig vertreten.

Bei den anwesenden OEMs und Brandownern stehen die Herausforderungen rund um den Einsatz von Kunststoffen inzwischen ganz oben auf der Agenda. Ob Procter& Gamble, Volkswagen, IKEA oder Ford: Sie alle suchen nach Lösungen, um den Endnachfragern ökologisch und ökonomisch akzeptable Lösungen zu präsentieren. Ihre künftige Nachfrage kann und sollte die Branche verändern.

Reichlich gebündelte und vertiefende Informationen zum Thema lieferten die praxisorientierten Vorträge der Referenten Michael Carus, nova-Institut für politische und ökologische Innovation; Michael Wiener, DSD – Duales System; Ansgar Hoffmann, Technische Kunststoffe Hoffmann + Voss; Jürgen Priesters, Tomra Sorting; Maria Magnani, Ford Forschungszentrum Aachen; Dr. Andreas Mäurer, Fraunhofer Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung; und Dr. Gernot Jäger, Covestro Deutschland.

Bei der engagierten Diskussionsrunde, moderiert von Dr. Bärbel Naderer, Geschäftsführerin kunststoffland, zeigte sich die ganze Vielfalt des Themas: Angefangen bei zukünftigen Märkten, Marktchancen und Geschäftsmodellen für Biokunststoffe und Rezyklate über die Entwicklung einheitlicher Qualitätsstandards für Rezyklate und separate Stoffströme für Biokunststoffe bis hin zur Leistungsfähigkeit moderner Sortieranlagen diskutierten die Experten aus Kunststoff- /Recyclingwirtschaft und Forschung lebhaft und kontrovers mit dem Publikum ihre jeweiligen Standpunkte.

Eine positive Resonanz erfuhr auch die von kunststoffland initiierte Aktion „Start-ups treffen Unternehmen“, die in dieser Form erstmals bei der Fachveranstaltung stattfand. Die Teilnehmer nutzen intensiv die Möglichkeit, neue Geschäftsideen näher kennenzulernen und mit künftigen Jungunternehmern in den Dialog zu treten. Ebenfalls eine starke Resonanz und großes Interesse der Teilnehmer verzeichneten die zahlreichen Aussteller.

In seinem Schlusswort betonte Reinhard Hoffmann, Geschäftsführender Gesellschafter Gerhardi Kunststofftechnik und Vorsitzender des Vereins kunststoffland NRW, die mittlerweile enorme Kompetenz zum Thema Rezyklate und Biokunststoffe in den Vereinsreihen von kunststoffland. Ferner rief er die anwesenden Vertreter der Kunststoffindustrie dazu auf, zukünftig noch stärker bei den wichtigen Themen Rezyklate und Biokunststoffe entlang der Wertschöpfungskette zu kooperieren und industriegetrieben neue Geschäftsmodelle und Qualitätsstandards zu entwickeln, statt auf top-down Entscheidungen der Politik zu warten.

Quelle: kunststoffland NRW e.V.