Über 83.000 Tonnen: Österr. Rekordergebnis bei Sammlung von Elektroaltgeräten

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Elektroschrott (Foto: ©Frank Radel / http://www.pixelio.de)

Wien — Im Jahr 2016 wurden in Österreich 83.074 Tonnen Elektroaltgeräte (EAG) gesammelt und einer fachgerechten Verwertung und Entsorgung zugebracht. Das ist ein neues Rekordergebnis. Es entspricht einer Pro-Kopf-Sammelmenge von 9,76 kg und einem Anstieg von 5,3 Prozent im Vergleich zum vorangegangenen Jahr (9,27 kg/pro Kopf). Diese und andere aktuelle Daten präsentierte die Elektroaltgeräte Koordinierungsstelle (EAK) gemeinsam mit VertreterInnen des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (BMLFUW) sowie der ARGE Österreichischer Abfallwirtschaftsverbände gestern auf einer Pressekonferenz.

„Es ist erfreulich, dass wir erneut ein Rekordergebnis erzielen konnten“, betonte DI Christian Holzer, Sektionschef im Bundesumweltministerium (BMLFUW), in seinem Begrüßungsstatement. „Zu diesem erfreulichen Ergebnis 2016 hat vor allem die Steigerung der Sammelmenge um knapp 20 Prozent bei Großgeräten beigetragen“, erklärte Elisabeth Giehser, Geschäftsführerin der EAK. „Mit der Sammelmenge 2016 ist ein neuer Höchstwert erreicht worden, der Österreich im europäischen Vergleich weiterhin einen Spitzenplatz garantiert.“

Neue Quotenberechnung

2016 wurde erstmals gemäß der EU-Vorgaben eine neue Berechnungsmethode zur Feststellung der Sammelquote angewendet. Danach ergibt sich trotz der 2016 erzielten Steigerungen im Vergleich zu 2015 ein leichter Rückgang der Sammelquote. Der Grund dafür liegt in der steigenden Menge der in Verkehr gesetzten Massen (IVS-Masse). So sind 2016 mehr Geräte und Batterien auf den Markt gekommen (in Verkehr gesetzt worden) als 2015. „Die in Verkehr gesetzte Masse stieg 2016 bei den Haushalts-Elektrogeräten um acht Prozent, bei den Gerätebatterien um 3,5 Prozent. Damit steigt die IVS-Masse stärker als die Sammelmenge, was sich negativ auf die Sammelquote auswirkt“, erklärte die Geschäftsführerin der EAK. Denn bei der neuen Berechnung der Quote wird die Sammelmasse des aktuellen Jahres in Relation zum Durchschnitt der in den vorangegangenen drei Jahren in Verkehr gesetzten Massen gebracht. Dabei werden sowohl die Haushalts- als auch die gewerblichen Massen herangezogen.

6-prozentiger Rückgang der Sammelquote

So betrug 2015 die Sammelquote der EAG nach dem neuen EU-Berechnungsschema 50,22 Prozent, bei den Gerätebatterien 55,05 Prozent. 2016 liegen die Quoten bei 50,1 Prozent bei EAG und 49,2 Prozent bei GBATT. „Der 6-prozentige Rückgang der Sammelquote bei Batterien lässt sich insbesondere damit begründen, dass immer mehr Batterien mit längerer Nutzungsdauer in Verkehr gesetzt werden“, erklärte Giehser. „Trotzdem können wir mit dem 2016 erzielten Sammelergebnissen sehr zufrieden sein, denn Österreich hat die von der EU-vorgeschriebene Sammelquote von 45 Prozent des durchschnittlichen Marktinputs der letzten drei Jahre mit der erzielten Quote von 50,1 Prozent für Elektroaltgeräte eindeutig übererfüllt und auch bei den Batterien konnte die Vorgabe von 45Prozent Sammelquote mehr als erfüllt werden.

Steigerung ohne großen finanziellen Mehraufwand

Auch der Aufsichtsratspräsident der EAK und Obmann des Bundesgremiums „Elektro- und Einrichtungsfachhandel“ in der WKO, Wolfgang Krejcik, zeigte sich mit den aktuellen Zahlen und Sammelmengen von Elektroaltgeräten zufrieden: „Erfreulich ist, dass uns die Steigerung der Sammelmasse, wie auch die Jahre davor, ohne großen finanziellen Mehraufwand gelungen ist“, lobte Krejcik die effiziente Umsetzung der Sammelziele.

Josef Moser, Präsident der ARGE Österreichischer Abfallwirtschaftsverbände, erläuterte die wichtige Rolle der Kommunen, die maßgeblich dazu beitragen, dass immer weniger Batterien und Elektroaktgeräte im Restmüll landen. „85 Prozent der gesammelten Menge stammen von den kommunalen Altstoffsammelzentren, Recyclinghöfen oder Mistplätzen der Verbände, Städte und Gemeinden. Die restlichen 15 Prozent wurden über den Handel oder direkte Abgabestellen von Herstellern gesammelt“. Die Bundesländersammelmengen der Elektroaltgeräte schwankten zwischen 12,48 kg pro Einwohner in Niederösterreich und 6,28 kg/EW in Wien.

Leichter Rückgang bei Gerätebatterien/Akkus

Mit der Sammlung von 2.188 Tonnen Gerätebatterien ist es 2016 im Vergleich zu 2015 zu einem Minus von fünf Prozent gekommen. „Dieser Rückgang ist insbesondere auf die längere Nutzungsdauer der neuen Batterietechnologie zurückzuführen – was ja durchaus positiv zu bewerten ist“, erklärte Giehser. „Ungeachtet dessen sind wir im Batteriebereich gefordert, verstärkte Aufklärungs- und Bewusstseinsarbeit über die sichere Handhabung bei der Sammlung und Lagerung von Lithium-Batterien zu leisten“.

Christian Holzer ergänzte: „Dadurch, dass immer mehr Anwendungen mit dieser neuen Energiespeichertechnologie ausgestattet werden, nimmt auch der Anteil dieser Batterien im Abfallstrom stetig zu. Unter widrigen Lagerbedingungen kann es zu Reaktionen kommen (Hitze, Kurzschluss, etc.), weshalb besondere Sorgfalt im Umgang geboten ist“.

„Wir werden weiterhin alles daran setzen, um in Österreich das hohe Sammelniveau sowohl im EAG- als auch im Batterien-Bereich zu halten – kompetent und kosteneffizient“, lautete das Resümee der Beteiligten.

Quelle: APA-OTS