Kaiserslautern: ZAK investiert in innovative Sortieranlage für Kompost

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Innovative Sortieranlage für Kompost (Foto: Tomra)

Wedel — Die Menge an Bioabfällen hat sich in den letzten 25 Jahren nahezu verfünffacht. Doch noch immer enthalten Bioabfälle durchschnittlich rund 3,5 Prozent Fremdstoffe wie beispielsweise Glas, Plastik oder Metalle. Das ist deutlich zuviel, monierte jüngst die Länderabfallgemeinschaft Abfall (LAGA) . Zudem werden auch die Regeln für die Kompostgewinnung zusehends strenger. Um mit den gestiegenen Anforderungen Schritt zu halten, hat nun die ZAK – Zentrale Abfallwirtschaft in Kaiserslautern für ihr Biomasse-Kompetenzzentrum rund 1,8 Millionen Euro in eine sensorgestützte Sortiertechnologie von Tomra Sorting zu investiert.


László Székely, Entwicklungs-Ingenieur bei Tomra Sorting, erläutert die Funktionsweise der beiden Sortiersysteme Autosort und X-Tract. So werden Bioabfälle auf einem Förderband durch die Sensoren des Nahinfrarot-Spektrometers sowie elektromagnetische Sensoren erkannt. Entdeckt die Sensorik abzuweisende Partikel, werden einzelne Ventile positionsgenau geöffnet und das Material mit Hilfe von Druckluft abgewiesen. Das sortierte Material wird in zwei Fraktionen getrennt. Ähnlich verhält es sich bei der Breitband-Röntgenstrahlung, die durch eine elektrische Röntgenquelle generiert wird. Die Strahlung durchdringt das zu sortierende Material und trifft in abgeschwächter Form auf die Röntgenkamera. Erkennt die Sensorik abzuweisende Fremdstoffe, werden auch diese entfernt.

Als einen „ersten Schritt“ in die sogenannte „Fremdstoffentfrachtung“ bezeichnet Dr. Michael Kern, Geschäftsführer des Witzenhausen-Instituts für Abfall, Umwelt und Energie die Investition in die neue Sortiertechnik. Auch er appelliert an die Mitarbeit aller Beteiligten – „sowohl vor als auch nach der Tonne“. Ganz zu Beginn stehe die Abfallvermeidung, doch immer noch wirft jeder Bundesbürger im Schnitt 80 Kilogramm Lebensmittel im Jahr einfach weg. Dass zwei Drittel davon im Restmüll und nicht im Biomüll landet, erklärt in Ansätzen das Dilemma.

ZAK-Vorstand Jan Deubig bemerkt eine zunehmende „Mülltrennungs-Verdrossenheit“ in der Bevölkerung; dabei sei die Sammlung von Bioabfällen sowohl wirtschaftlich, als auch ökologisch überaus sinnvoll. In keinem anderen Bereich könnten regionale Stoffkreisläufe besser geschlossen werden. Es sei festzustellen, dass der Fremdstoff-Anteil neben dem Gebührensystem auch sehr stark abhängig sei von der Siedlungsstruktur und der Jahreszeit. „Trotz der neuen Sortieranlage bei der ZAK werden die Bürgerinnen und Bürger nicht aus der Pflicht entlassen, Bioabfälle gewissenhaft zu sammeln.“ Die Getrennterfassung sei sinnvoll und dringend notwendig, so der ZAK-Vorstand. Neben dem nachhaltigen Klima- und Ressourcenschutz kommt ein weiterer positiver Aspekt hinzu: Die Steigerung der Bioabfallsammelmengen und damit einhergehende Reduktion des Restabfalls bewirkt eine Kosteneinsparung und kommt somit wiederum dem Gebührenzahler zugute. Trotz aller Technik weiß auch Deubig: „Keiner sortiert besser als der private Haushalt.“

Auch Dr. Thomas Griese, Staatssekretär im rheinland-pfälzischen Umweltministerium, wirbt für ein Umdenken: „Bioabfälle sind wertvolle Rohstoffe. Die ZAK zeigt vorbildlich, dass sich die getrennte Erfassung von Bioabfällen in mehrfacher Hinsicht lohnt: So wird mit kluger Technik aus Bioabfall zum einen Biogas und damit Strom und Wärme gewonnen und aus dem was übrig bleibt noch wertvoller Kompost gemacht.“ Die neue innovative Sortieranlage und auch die Umweltbildung des Zentrums – so Dr. Thomas Griese – helfen, Verunreinigung von Bioabfall zu vermeiden, den Rohstoff optimal zu nutzen und ein Bewusstsein dafür zu schaffen. Damit würden Umwelt, Klima, Kommunen und Gebührenzahler gleichermaßen entlastet. „Erfreulich ist, dass statistisch gesehen in Rheinland-Pfalz mit rund 160 Kilogramm pro Einwohner der höchste Wert an gesammelten Bioabfällen in ganz Deutschland erzielt wird.“

Quelle: Tomra Sorting GmbH