108 Tonnen Magnettechnik zur Kohlereinigung nach Russland geliefert

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Industriemagnet im Einsatz (Foto: Wagner Magnete GmbH)

Heimertingen — Aufträge für Speziallösungen oder Sonderanfertigungen hat die Wagner Magnete & Co. KG aus dem Allgäu mehrfach ausgeführt. Doch das jetzt mit einem Kunden in Russland abgeschlossene Projekt ist für den bekannten Hersteller von Industrie-Magnettechnik bislang einmalig: Wagner Magnete lieferte zehn Magnet-Systeme mit einem Gesamtgewicht von 108 Tonnen an einen großen Umschlaghafen für Kohle an der russischen Ostküste. Nach 11.000 Kilometern Fahrt auf Straße und Zugschienen sollen sie Eisenschrott aus Förderkohle separieren.

Am russischen Hafen soll die Technik aus der Magnet-Schmiede mit Eisenschrott versetzte Kohle reinigen. In der Kohle befindet sich viel Eisenschrott – hauptsächlich Werkzeuge oder Werkzeugteile aus Bergwerken sowie Stahlteile von Baggern, Raupen, Kränen oder Eisenbahnwaggons.

„Für den Hafenbetreiber ist es von existenzieller Bedeutung, dass die Kohle vor der Verladung zum Schiffstransport möglichst frei von Eisen ist. Denn bei der Schiffsentladung im Zielhafen untersuchen Detektoren die Kohle haarklein nach Metallteilen. Jedes herausgefilterte Schrotteil muss entfernt werden – das kostet Zeit und Geld: Je mehr Schrott im Zielhafen gefunden wird, desto weniger zahlt der Käufer für die Kohle-Lieferung“, verdeutlicht Thomas Zrenner, verantwortlicher Vertriebsleiter bei Wagner Magnete für die Sparten Wirbelstromscheider, Magnetscheider und Metallsuchgeräte.

Nach der Waggonentladung transportieren Förderbänder die Kohle in große Brechanlagen. Über diesen Bändern ist die Wagner-Technologie platziert und hält große Eisenteile von den Brechern fern. In mehreren Abschnitten ziehen die Magnete weitere Schrotteile heraus, ehe die Kohle zwischengelagert und kurz vor der Schiffsverladung ein weiteres Mal überprüft wird. Zwei Millionen Tonnen Kohle monatlich sollen die Wagner-Magnete im ostrussischen Hafen künftig vom Schrott befreien und so den Wert der Kohle-Lieferungen deutlich steigern. „Halten die Hafenbetreiber diese Vorgabe ein, hat sich die millionenschwere Investition in unsere Magnettechnik innerhalb von zwei Jahren amortisiert“, prognostiziert Thomas Zrenner.

Die Wagner Magnete GmbH, die 80 Prozent seiner Einzelteile und Baugruppen selbst herstellt, lieferte zwei Elektro-Überbandmagnete, vier Elektro-Aushebemagnete sowie vier Hochenergie-Neodym-Permanentmagnete nach Russland. Die ausgelieferten Wagner-Technologien sind im Hauptwerk Heimertingen gebaute Spezialanfertigungen.

Quelle: Wagner Magnete GmbH & Co. KG