Symposium R-Beton: Bauabfälle verwerten statt deponieren

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Umweltstaatssekretär Dr. Thomas Griese (Foto: © MULEWF / Martina Pippich)

Mainz – „Altbaustoffe sind ein riesiges Rohstofflager. Mineralische Bauabfälle stellen auch in Rheinland-Pfalz die mit Abstand größte Abfallmenge dar. Statt unentwegt neue Deponien dafür ins Land zu bauen, können wir Bauabfälle wie Beton weiternutzen und hochwertig neuverwenden“, erklärte Umweltstaatssekretär Thomas Griese auf dem Fachsymposium des Deutschen Ausschusses für Stahlbeton an der Technischen Universität in Kaiserslautern.

Die Beiträge des Symposiums „R-Beton – Werkstoff der nächsten Generation“ zeigten zukunftsweisend Möglichkeiten, wie Betonabfall nicht zum Wegebau ‚downgecycelt‘ werden dürfe, sondern zum hochwertigen Werkstoff zum Beispiel im Hochbau aufbereitet und genutzt werden könnte.

„Abfälle, die nicht vermieden werden können, sind zu verwerten. Das gibt uns die EU und das Kreislaufwirtschaftsgesetz vor. Auch auf dem Bau muss das an erster Stelle stehen. Denn zum einen schonen wir so unsere begrenzten Rohstoffe und zum anderen stoppen wir den Ausbau von Deponien im Land“, sagte Griese. Eine aktuelle Studie zum Deponiebedarf in Rheinland-Pfalz prognostiziert, dass die Deponiekapazitäten ab 2025 nicht mehr ausreichen. Griese wies darauf hin, dass ein Zuwachs der Deponien nicht nur bei Anwohnern auf wenig Akzeptanz stoße, sondern auch höhere Gebühren zur Folge habe. „Vom Recycling profitieren dagegen Wirtschaft, Umwelt und Bevölkerung gleichermaßen“, betonte Griese.

Zur Förderung des Einsatzes von Recycling-Baustoffen und zur Schonung natürlicher Ressourcen hat die Landesregierung 2012 das „Bündnis Kreislaufwirtschaft auf dem Bau“ getroffen. Hierin verpflichten sich die Abfall-, Bau- und Infrastrukturbehörden, die kommunalen Spitzenverbände sowie zahlreiche Verbände und Institutionen aus dem Umfeld der Bauwirtschaft zur Förderung der Kreislaufwirtschaft auf dem Bau.

An erster Stelle stehe die Vermeidung von Abfall, so der Staatssekretär. Nachhaltiges Bauen beginne daher bereits bei der Planung. So müsse an das Ende der Nutzungsdauer des Bauwerkes gedacht werden und wie die Baustoffe möglichst wieder verwertet werden können. Auch der Einsatz nachwachsender Rohstoffe im Bauwesen – zum Beispiel Bauen mit Holz – sei eine Möglichkeit zur Ressourcenschonung.

Durch die geschickte Nutzung vorhandener Bausubstanz – Sanieren statt Abriss – könne Abfall vermieden werden. „Dort, wo Vermeiden und Wiederverwenden von Abfällen nicht möglich ist, ist Recycling oberstes Gebot“, unterstrich Griese. Durch selektiven Rückbau könnten wertvolle Rohstoffe wie Eisen, Stahl, Kupfer, Aluminium, Holz, Bitumen, Sand oder Kies getrennt erfasst und in den Stoffkreislauf zurückgeführt werden.

Quelle: Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten des Landes Rheinland-Pfalz (MULEWF)