Parforce-Technologie: Freiberger Recycling-Verfahren für Phosphorsäure gefördert

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Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries informiert sich über die patentierte Parforce-Technologie ( Foto: © TU Bergakademie Freiberg / Detlev Müller)

Freiberg — Um die Industrie künftig mit einer sauberen, hochwertigen Phosphorsäure versorgen zu können, entwickelte eine wissenschaftliche Ausgründung der TU Bergakademie Freiberg die „Parforce-Technologie“. Dabei setzen die Freiberger Forscher bei ihrem Recyclingverfahren auf heimische Ressourcen. Zum Einsatz kommen dabei Klärschlammaschen oder Produktionsabfälle.

Das hat viele Vorteile: „Zum einen sind wir weniger stark von Importen abhängig und zum anderen erhalten wir eine hochreine Phosphorsäure, ohne dabei problematische Abfälle zu erzeugen. Die Phosphorsäure können wir perfekt für die Herstellung von Düngern oder für Chemieprodukte einsetzen“, erklärt Prof. Martin Bertau. Phosphorsäure ist auch für Lebensmittel geeignet. „Die Probleme mit der Schwermetallbelastung bei der klassischen Phosphorsäure gibt es bei unserer Recycling-Phosphorsäure nicht“, ergänzt Dr. Peter Fröhlich, Leiter des Ausgründungsprojektes „Parforce Technologie“, mit dem das Verfahren nun optimiert und in die industrielle Anwendung gebracht werden soll.

„Das an der TU Bergakademie Freiberg entwickelte Verfahren ist beispielgebend für nachhaltige, wirtschaftliche Nutzung unserer Ressourcen. Es spiegelt nicht nur die Forschungsstärke der Universität wider, sondern zeigt auch das Potential der Freiberger Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen. Mit ihrer industrienahen Forschung und ihrer stetig wachsenden Zahl an Ausgründungen fördert die Technische Universität den Wissenstransfer in die Wirtschaft und Gesellschaft und trägt dazu bei, Zukunftstechnologien in Sachsen anzusiedeln“, erklärte Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries, die am 12. September die TU Freiberg besuchte.

„Die Unternehmen in Mittelsachsen sind überwiegend sehr klein und benötigen innovative Impulse aus der Wissenschaft für eine weitere erfolgreiche Entwicklung. Die TU Bergakademie Freiberg stellt sich dieser Aufgabe. Nachhaltigkeit und regionale Kreisläufe sind dabei wichtige Schwerpunkte“, fügte MdB Dr. Simone Raatz hinzu, die die Delegation begleitete.

Fördermittel des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie in Höhe von etwas über einer Million Euro, konkret aus dem Programm „EXIST-Forschungstransfer“, das Bestandteil der Hightech-Strategie des Bundesministeriums ist, halfen bei der Entwicklung der „Parforce-Technologie“.. Zusätzlich fördert das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst mit EFRE-Mitteln die komplexe Filtertechnologie als wissenschaftliche Infrastruktur innerhalb des EXIST-Vorhabens mit insgesamt 260.000 Euro. Beide Förderprojekte laufen über zwei Jahre (bis Februar bzw. der Aufbau der Infrastruktur bis Juni 2018).

Quelle: TU Bergakademie Freiberg