Coastal Cleanup Day: Plastikverpackungen zum Wegwerfen zu schade

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80 Prozent aller Plastikabfälle im Meer stammen aus Asien (Quelle: IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen)

Bad Homburg — Anlässlich des Coastal Cleanup Days am 16. September bringt die Industrievereinigung Kunststoffverpackungen ihre Position zum Thema Meeresmüll noch einmal auf den Punkt. „Ganz klar: Plastikverpackungen gehören nicht ins Meer“, erklärt IK- Hauptgeschäftsführer Ulf Kelterborn. „Wir müssen uns aber ebenso klar darüber sein, dass Plastikverpackungen nicht per se Abfall sind.“

Laut Ulf Kelterborn haben Plastikverpackungen zuallererst eine wichtige Funktion: „Sie schützen das verpackte Produkt vor Beschädigung und Verderben und damit vor dem Wegwerfen. Das ist ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz.“ Und auch nach ihrem Gebrauch sind Plastikverpackungen ein wertvoller Rohstoff. Darum werden sie gesammelt und verwertet. Deutschland verfügt über ein gut funktionierendes und flächendeckendes Sammel- und Entsorgungssystem, das durch das kürzlich verabschiedete Verpackungsgesetz weiter gestärkt wird. Schon heute werden 50 Prozent der Kunststoffverpackungen aus dem Gelben Sack bzw. der Gelben Tonne recycelt. Der zu verschmutzte Rest, mit dem eine Wiederverwendung nicht möglich ist, wird thermisch verwertet und anstelle von Öl in Energie, also in Fernwärme umgewandelt.

Achtlos wegwerfen oder umweltgerecht entsorgen?

Allerdings werden auch in Deutschland Verpackungen nach ihrem Gebrauch achtlos weggeworfen. Die Folgen dieses „Littering“ werden beispielsweise in Parks, auf Rastplätzen oder an den Stränden von Nord- und Ostsee sichtbar. „In Deutschland mangelt es nicht an Entsorgungsmöglichkeiten, sondern schlicht am umweltgerechten Verhalten einzelner. Verpackungen springen schließlich nicht von selbst ins Meer“, bedauert Ulf Kelterborn.

Die zwingende Folge eines solchen Verhaltens ist nach Ansicht der IK aber nicht der Verzicht auf Kunststoffverpackungen. „Wenn Kunststoffverpackungen nicht oder nur noch unzureichend zum Einsatz kommen, wäre der ökonomische und ökologische Schaden immens.“ Vielmehr geht es um Aufklärung und die Förderung eines Problembewusstseins zum Beispiel auch in Schulen. Die IK unterstützt dieses Anliegen mit entsprechenden Broschüren und Filmmaterial und beteiligt sich zum Beispiel am Runden Tisch Meeresmüll des Bundesumweltministeriums, unter anderem in der Arbeitsgruppe für Bewusstseinsbildung.

Meeresmüll – eine weltweite Herausforderung

Was die weltweite Verschmutzung der Weltmeere betrifft, müssen dringend effiziente Maßnahmen umgesetzt werden. 80 Prozent der Kunststoffabfälle in den Weltmeeren stammen aus Asien. In diesen Regionen gilt es nachhaltige Erfassungs- und Verwertungssysteme aufzubauen. Dabei kann man durchaus dem Beispiel von Deutschland folgen, wonach die Inverkehrbringer von Waren über Lizenzentgelte zur Finanzierung der Abfallsammlung beitragen. Als nationaler Verband engagiert sich die IK im Rahmen ihrer Möglichkeiten auch global bei dem Thema Marine Litter und gehört zu den Erstunterzeichnern der „Joint Declaration on Solutions of Marine Litter“, der sich inzwischen 69 Kunststoffverbände weltweit angeschlossen haben.

Neben den zweifellos wichtigen Projekten zur Beseitigung von Vermüllung wie dem Coastal Cleanup Day sind aus Sicht der IK vor allem die Prävention und das Abfallmanagement zwei Schlüsselelemente zur Lösung beim Thema Meeresmüll.

Quelle: IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen e. V.