Schleswig-Holstein warnt vor illegalen Altkleider-Sammlungen

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Illegal aufgestellter Altkleidercontainer (Foto: O. Kürth)

Flintbek, Berlin — In Schleswig-Holstein werden vermehrt Altkleidercontainer illegal aufgestellt. Hierbei handelt es sich um sogenannte „Silberlinge“, auf denen keine bzw. keine verwertbaren Kontaktdaten angebracht sind. Das Landesumweltamt in Schleswig-Holstein bittet um Benachrichtigung über solche Sammlungen. Die Gemeinschaft für textile Zukunft würde eine bundesweite Initiative für gesetzeskonforme Sammlungen von Alttextilien begrüßen.

Die illegal aufgestellten Container sind nach Darstellung des Landesamtes in mehrfacher Hinsicht ein Ärgernis: Zum einen sind sie geeignet, das Stadtbild zu verschandeln und den Verkehr zu gefährden. Außerdem werden auf diese Art auch die legalen gemeinnützigen und gewerblichen Sammler benachteiligt. Zum anderen werden die Container häufig auf privaten Flächen, z.B. den Parkplätzen von Discountern, abgestellt, die sich dann um die Räumung kümmern müssen.

LLUR bittet um Mitteilung

Seit Oktober letzten Jahres werden zudem Straßensammlungen mit Flyern angekündigt, auf denen als Kontakt die Firma Diktex UG aus Stade angegeben ist. Für dieses Unternehmen wurde bei der Stadt Stade kein Gewerbe angemeldet und unter der angegebenen Anschrift findet sich ein Wohnblock. Es ist also unklar, wer die Sammlungen organisiert und durchführen lässt.

Falls Bürgerinnen und Bürger beobachten, dass die vorstehend beschriebenen Container („Silberlinge“) aufgestellt, geleert oder entfernt werden, bittet das LLUR unter der E-Mail abfallueberwachung@llur.landsh.de um Mitteilung. Sollten Fahrzeuge beobachtet werden, mit denen Altkleidersäcke für „Firma“ Diktex eingesammelt werden, bittet das Landesamt auch hier um eine Mitteilung.

Initiative begrüßt

Die Gemeinschaft für textile Zukunft begrüßt und unterstützt diese Initiative und weist darauf hin, dass das Aufstellen eines Altkleidercontainers eine abfallrechtliche Tätigkeit ist. Diese erfolgt auf der Grundlage einer Anzeige der Sammlung nach § 18 sowie einer Anzeige der Tätigkeit des Unternehmens nach § 53 Kreislaufwirtschaftsgesetz. Diese Pflichten sind unabhängig davon, in welcher Form die Erfassung der Gebrauchtbekleidung erfolgt und ob diese auf einem privaten oder öffentlichen Grund durchgeführt wird. In jedem Fall ist eine Einverständniserklärung bzw. Sondernutzungsgenehmigung des jeweiligen Grundstückseigentümers notwendig.

Die Gemeinschaft für textile Zukunft würde sehr es begrüßen, wenn sich alle Bundesländer in einer bundesweiten Initiative für gesetzeskonforme Sammlungen von Alttextilien engagieren.

Quelle: Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume, Schleswig-Holstein / Gemeinschaft für textile Zukunft