Anlagen-Abschaltungen infolge Hurrikan: IKB erwartet Preisanstieg für Kunststoffe

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Plastikfolie (Foto: ©_lichtkunst.73 /http://www.pixelio.de)

Düsseldorf — Ab Anfang Juli 2017 setzte ein kräftiger Anstieg der Notierungen für Naphtha in Europa ein, während der asiatische Markt noch relativ stabil blieb. Durch die von dem Hurrikan Harvey verursachten Raffinerieabschaltungen katapultierte der Preis auf fast 500 US-$ je t. Man erwartet durch die geringere Anlagenverfügbarkeit in den USA auch in Europa weiter anziehende Preise, meldet die IKB Deutsche Industriebank.

Von den Raffinerieschließungen in den USA sind in erheblichem Umfang auch die Produktionskapazitäten des Folgeprodukts Ethylen betroffen. Der aktuelle Kontraktpreis für Ethylen (C2) bildet dies noch nicht ab,; die IKB erwartet kurzfristig anziehende C2-Notierungen. Nachdem bei Propylen (C3) die Kontraktpreise im Juli und August stabil blieben, sieht die Industriebank hier ebenfalls leichtes Anstiegspotenzial. Die Ethylenpreise dürften schnell über 1.000 € je t, die Propylenpreise auf über 900 € je t anziehen.

Bei Benzol ist der Kontraktpreis auch im Verlauf des August weiter gefallen: Das Preisniveau sank um 50 € je t. Allerdings könnte auch nun hier eine Preiswende einsetzen, denn die Spotmarktnotierungen in Asien zogen zuletzt aufgrund eines knapperen Angebots an. Dies spricht für Preiserhöhungen im vierten Quartal 2017, welche bis zu 70 € je t betragen können. Zuletzt gaben im Zuge der geringeren Benzolpreise auch die Styrolpreise nach. Allerdings sind im August 2017 die chinesischen Styrolvorräte deutlich gefallen, was im asiatischen Markt um bis ein Sechstel höhere Spotmarktnotierungen bewirkte. Hier ist noch Luft nach oben.

Trotz anziehender Spotnotierungen für Ethylen wurden bei HDPE die höheren Vormaterialkosten nicht voll weitergegeben, da der Markt gut versorgt ist. Dieser dürfte sich bei größeren amerikanischen Produktionsausfällen in Richtung 1.200 € je t bewegen. Polyproyplen gab dagegen das Gros der Propylenkosten weiter, Importe drücken auf das Preisniveau. Die Preise gehen in Richtung von 1.200 € je t. Der Rückgang des Styrolkontraktes wurde nicht voll an die Polystyrolpreise durchgereicht. Es sind infolge der höheren Spotnotierungen größere Preisanstiege möglich. Bei PVC ist der Markt trotz Wartungsarbeiten bei Analgen gut balanciert, Engpässe sind nicht zu befürchten. Die Preise tendieren seitwärts. Bei PET sollte der Markt im Verlauf des Herbstes Preisrückgänge hinnehmen müssen.

Quelle: IKB Deutsche Industriebank