IKB: Recycling von Gold eingebrochen, von Silber belebt, von Platin gesunken

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Edelmetalle (Foto: Kroll / Recyclingportal.eu)

Düsseldorf – Die weltweite Goldnachfrage reduzierte sich im ersten Halbjahr 2017 im Vorjahresvergleich um 14 Prozent. Ursächlich war – trotz einer kleinen Ausweitung im Verlauf des zweiten Quartals – die erheblich geringere investive Nachfrage der ETF’s (Exchange Traded Funds). Für das Jahr 2017 wird ein Rückgang der gesamten physischen Silbernachfrage von rund 3 Prozent erwartet. Die physische Platinnachfrage ist 2017 unverändert auf einem hohen Niveau, meldet die IKB Deutsche Industriebank.

Die Nachfrage nach Gold-Barren und -Münzen (+11 Prozent) zog an. Im Jahresvergleich verbesserte sich die Schmucknachfrage (+5 Prozent), und auch die industrielle Nachfrage wuchs. Angebotsseitig stagnierte die Minenproduktion. Das Goldrecycling brach kräftig ein. Die politischen Turbulenzen um Nordkoreas Raketenversuche ließen zuletzt allerdings gemeinsam mit einem schwächeren Dollar die Goldnachfrage als sicheren Hafen anziehen. Bei anhaltenden geopolitischen Turbulenzen – auch ohne eine militärische Intervention in Nordkorea – sieht die IKB den Goldpreis bis Ende 2017 um die Marke von 1.300 US-$ pro Unze mit einer Bandbreite von 200 US-$.

Beim Silber dürfte die investive Nachfrage erneut zulegen, die sich schon in der ersten Jahreshälfte belebte. Für 2017 wird zwar eine leichte höhere Nachfrage aus der Solarindustrie gesehen; diejenige aus dem Münzsektor soll jedoch deutlich fallen. Angebotsseitig wird für das Gesamtjahr 2017 ein Rückgang von 2 Prozent erwartet, nachdem es im ersten Quartal 2017 schon zu einer geringeren Minenproduktion gekommen ist. Jedoch könnten die wieder etwas höheren Preise eine leichte Belebung im Silberrecycling zur Folge haben. Daher dürfte 2017 nach Jahren mit Defiziten ein leichter Angebotsüberschuss möglich sein. Die IKB sieht deshalb für Silber bis zum Jahresende 2017 weiter eine Preisbewegung um rund 18 US-$ pro Unze mit einem Band von 2,50 US-$.

Bei Platin sind allem der Bedarf der Automobilindustrie sowie die Industrienachfrage stärker als erwartet. Nach einem Rückgang der investiven Nachfrage im Vorjahr ist 2017 jedoch ein Anstieg zu erwarten. Es dürfte sich 2017 wieder ein kleines Angebotsdefizit ergeben, primär in Folge einer geringeren Minenproduktion und eines gesunkenen Recyclings. Der Platinpreis bewegt sich bis Ende 2017 um 1.000 US-$ pro Unze in einem Band von +150 US-$. Auch Palladium profitiert im laufenden Jahr von der Nachfrage aus der Automobilindustrie. Obwohl die Minenproduktion leicht anziehen dürfte, könnte sich das Angebotsdefizit gegenüber dem Vorjahr verdoppeln. Bei Palladium erwartet die IKB daher eine Bewegung um 925 US-$ pro Unze in einem Band um die150 US-$.

Quelle: IKB Deutsche Industriebank