IKB sieht erstmals seit mehreren Jahren einen balancierten Kupfermarkt

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Sheet copper (Foto: © H.D. Volz /http://www.pixelio.de)

Düsseldorf — Die weltweite Kupferminenproduktion sank bis Ende Mai 2017 um rund 3 Prozent. Die Kapazitätsauslastung der Kupferminen ist nach der Erweiterung der globalen Kapazitäten um 5 Prozentpunkte zurückgegangen. Allerdings belasteten Streiks u. a. in der weltgrößten Kupfermine Escondida. Die Raffinadeproduktion blieb im Betrachtungszeitraum weitgehend stabil: Ein Rückgang der Primärerzeugung von 2 Prozent wurde durch eine Ausweitung der Recyclingproduktion von 12 Prozent kompensiert, meldet die IKB Deutsche Industriebank.

Der weltweite Kupferverbrauch nahm um 3 Prozent ab. Dieser war vor allem auch im Nachfragerückgang in China von 5,5 Prozent begründet. Daher wies der Markt einen Angebotsüberschuss von 14.000 t auf, nachdem es im Gesamtjahr 2016 zu einem Defizit von rund 125.000 t gekommen war. Insgesamt dürfte der Markt 2017 balanciert sein. Durch den Trend zur E-Mobility steigt der globale Kupferbedarf langfristig überproportional an.

Die Kupfervorräte an der LME gaben zuletzt weiter nach. Ende August 2017 lagen diese bei rund 228.000 t. Die Lagerbestände an der SHFE sind seit ihrem Höchststand gesunken: Sie betragen nun gut 183.000 t. Die Bestände der COMEX stiegen weiter an und liegen bei 182.000 t und damit auf dem Niveau der SHFE. Unverändert dient ein Großteil der Volumina der Absicherung von Finanztransaktionen. Die weltweiten Vorräte reichen für den Bedarf von rund 9 Tagen. Da derzeit keine größeren Störungen der Minenproduktion vorliegen, sollte sich die Versorgungslage weiter verbessern, zumal einige lateinamerikanische Minen mit hoher Auslastung fahren. Die Versorgung mit Altkupfer für die europäische Recyclingproduktion dürfte sich verbessern, falls chinesische Hütten bestimmte Schrotte nicht mehr annehmen.

Die Kupferpreise zogen im Verlauf des August stark an. Es kam insgesamt zu einem Anstieg der Notierung von rund 500 US-$ je t. Impulse dürften von einer Erholung der physischen Nachfrage in China gekommen sein. Zudem stimulierte sich die investive Nachfrage: Die Zahl der Handelskontrakte stieg im August 2017 um rund 15 Prozent. Für das Jahr 2017 erwartet die IKB eine Nachfragebelebung in Osteuropa und Russland. Weltweit ergibt sich ein Gesamtbedarf von 24 Mio. t. Trotzdem sieht die Industriebank erstmals seit mehreren Jahren einen balancierten Markt. Der bisher angefallene Angebotsüberschuss von 14.000 t könnte allerdings schnell reduziert sein. Bis Ende des Jahres 2017 erwartet die IKB daher ein Preisniveau von 6.500 US-$ je t mit einem Band von 600 US-$ je t um diese Marke.

Quelle: IKB Deutsche Industriebank.