Stadtreinigung Hamburg testet mobile Biotonnen-Waschanlage

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Die mobile Biotonnen-Waschanlage der Stadtreinigung Hamburg im Einsatz (Foto: Stadtreinigung Hamburg )

Hamburg — Die Stadtreinigung Hamburg (SRH) testet im Westen Hamburgs eine mobile Waschanlage, mit der die grünen Biotonnen nach der Leerung gesäubert werden. Ziel ist es, optimale Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass ab 2018 eine störungsfreie Wäsche aller Biotonnen Hamburgs möglich ist. Damit soll die Akzeptanz der grünen Biotonnen weiter erhöht werden.

Der Waschwagen fährt hinter den Leerungskolonnen hinterher. Nach der Behälterleerung bringt die Kolonne einen Anhänger an die grünen Biotonnen an, der darüber informiert, dass der Behälter gleich gewaschen wird und er deshalb stehen gelassen werden soll. Kommt der Waschwagen, wird der Tonnenanhänger wieder entfernt und die Tonne gewaschen. Rund 18.000 von insgesamt 36.000 Tonnen im Hamburger Westen wurden bis August 2017 auf diese Weise gereinigt.

„Es ist schon erstaunlich, wie blitzblank die Biotonnen nach der Wäsche sind“, freute sich Jens Kerstan, Hamburgs Senator für Umwelt und Energie. „Es gibt eine Innen- und eine Außenreinigung und die Wäsche funktioniert mit einem Wasserkreislauf. Lediglich für das finale Spülen muss Frischwasser benutzt werden. Diese umweltbewusste Technik freut mich als Umweltsenator natürlich. Genauso freue ich mich, dass wir mit insgesamt mehr als 130.000 grünen Biotonnen in Hamburg inzwischen eine Anschlussquote von mehr als 83 Prozent aller anschlussfähigen Haushalte erreicht haben. Das ist viel, aber es geht noch besser. Insbesondere bei Mietwohnungen fehlen noch viele grüne Biotonnen.“

SRH-Geschäftsführer Professor Dr. Rüdiger Siechau sagte mit Blick auf die Technik: „Der Waschprozess im Inneren des Waschraums wurde im Laufe des Versuchs immer wieder verbessert. Ziel ist es, dass zwischen der Leerung und der anschließenden Wäsche der grünen Biotonnen keine große Lücke entsteht. Seit dem Start des Versuchs im März haben wir zusammen mit dem Betreiber des Waschmobils den Verfahrensablauf immer weiter verkürzt. Alle Maßnahmen hatten positive Auswirkungen auf die quantitative Leistung der Anlage.“ Doch man müsse weiter daran arbeiten, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen: „Denn am Ende der Leerungstour ist das Waschmobil momentan noch viel zu weit entfernt. Die Kundinnen und Kunden haben dann manchmal die geleerten Biotonnen schon wieder vom Fahrbahnrand entfernt. Ich bin aber zuversichtlich, dass wir das bis Ende des Jahres hinbekommen.“

Etwa 4.000 Liter Wasser verwendet der Waschwagen. Damit kann er rund 350 Behälter ohne Wasserwechsel reinigen. Pro Reinigungsvorgang können dies entweder bis zu zwei kleine Mülltonnen (mit zwei Rädern) oder ein großer Behälter (mit vier Rädern) sein. Die Waschtemperatur liegt zwischen 60 und 70 Grad Celsius. Die Biotonnen werden innen wie außen gewaschen, abgewaschene Feststoffe werden in einem Behälter aufgefangen. Die Hauptwäsche funktioniert mit Recyclingwasser, nur für das Spülen wird Frischwasser verwendet.

Mit dem Versuch soll die Fahrzeug- und die Reinigungstechnik weiterentwickelt werden. Ziel der Stadtreinigung Hamburg ist es, bis 2018 optimale Abläufe zu entwickeln, tourenplanerische Leistungsparameter zu erheben, die erforderliche Organisationstruktur aufzubauen und so eine Entscheidungsgrundlage für Kapazitäten und Kosten zu entwickeln.

Quelle: Stadtreinigung Hamburg (SRH)