PolyCE: Für ein kreislauffähiges Leben von Hightech-Kunststoffen

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Verpackungs-Kunststoff (Quelle: feiern1 / -Pixabay)

Berlin — Mit „PolyCE“ initiieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am Fraunhofer IZM ein Projekt, um ausgediente Kunststoffe als Rohstoffquelle zu nutzen und wiederzuverwenden. Das Ziel: ein ganzheitliches Kreislaufwirtschaftskonzept für Hightech-Kunststoffe zu entwickeln. „PolyCE“ steht für Post-Consumer High-tech Recycled Polymers for a Circular Economy.

Der Projektname zeigt deutlich, welche Zukunft sich die Partner für den Kunststoff wünschen. Um das gemeinsame Ziel, den Wandel hin zur Kreislaufwirtschaft für Kunststoffe, zu beschleunigen, bringt das Projekt 20 anerkannte Organisationen aus Wirtschaft, Technologie und Forschung zusammen. Sie nehmen die gesamte Wertschöpfungskette in den Blick: Von Produktdesignern, Kunststoff- und Additivexperten, über Recyclingunternehmen bis hin zu den Elektronikherstellern. Eine der Herausforderungen für die Projektpartner ist es, sicherzustellen, dass sich die Qualität des recycelten Kunststoffes nicht von der eines neu produzierten unterscheidet: Ein Plastikgehäuse, das zuvor die Elektronik eines Staubsaugers oder Fernsehers ummantelte, muss auch nach dem Recyclingprozess weiter Hitze aushalten können, sowie bruchfest und formbeständig sein.

Darüber hinaus liegt ein zentraler Schwerpunkt des Projektes auf der Entwicklung umweltschonender und kreislauffähiger Flammschutzhemmer und Additive. Das Forscher-Team der Katholischen Universität Leuven und der Universität Gent entwickelt zusammen mit dem italienischen Elektronikrücknahmesystem Ecodom, dem Zertifizierungsinstitut Underwriters Laboratories und dem Recyclingspezialisten MBA Polymers eine umfassende Übersicht der technischen Anforderungen an die Recyclingkunststoffe aus Elektroaltgeräten und außerdem ein einheitliches Qualitätssystem.

Mehrere Praxispartner setzen die Recyclingkunststoffe direkt in Produkten ein und sorgen so für die nachhaltige Hebelwirkung der Projektziele. Hierzu sind unter anderem die Designer aus der Pezy Group, die Entwickler des Puzzlephones, Ona, Philips und Whirlpool am Projekt beteiligt. „Um technische Kunststoffe endlich in die Kreislaufwirtschaft zurückzuführen, müssen wir alle an einem Strang ziehen“, sagt Gergana Dimitrova, Umwelt-Expertin am Fraunhofer-Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration IZM. Sie koordiniert von Berlin aus das europäische Projekt und möchte auch Verbraucher für das Thema alternativer Produktnutzungskonzepte und Recyclingkunststoffe sensibilisieren.

„Hier muss bessere Aufklärung erfolgen“, so Dimitrova, die bereits an IZM-Projekten wie „CloseWEEE“ beteiligt ist, das unter anderem ebenfalls Lücken in der Kreislaufwirtschaft für Kunststoffe ins Visier nimmt. Gemeinsam mit der United Nations University und dem European Environmental Bureau werden Aufklärungskampagnen für Verbraucher sowie technische Workshops für Akteure aus der Wertschöpfungskette organisiert.

Autorin: Eva Baumgärtner

Quelle: Fraunhofer-Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration (IZM)