IKB: Schrottpreise im August um bis zu 20 €/t im Mittel angezogen

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Im Stahlwerk (Foto: skeeze / Pixabay)

Düsseldorf — Bis Ende Juli 2017 stieg die Weltrohstahlproduktion um 4,6 Prozent an. Dies erfolgte auf breiter Basis. Während das Wachstum in Europa 4 Prozent betrug, wurde in Nordamerika knapp 3 Prozent erzielt. Die IKB Deutsche Industriebank erwartet für 2017 insgesamt einen Anstieg um rund 3 Prozent.

Die Produktion in China dürfte 2017 ebenfalls um rund 3 Prozent anziehen. Bis Juli lag hier das Plus bei gut 5 Prozent, die höchste jemals verzeichnete Monatsproduktion. Die Erzeugung in Deutschland dürfte 42 bis 43 Mio. t betragen. Daneben verbessert sie sich auch in der EU insgesamt. Die Türkei zeigt seit Januar einen Zuwachs von über 13 Prozent, der noch abschmelzen dürfte. Die Nachfrage im Inland wird durch die Automobilindustrie sowie die Bauwirtschaft getragen. Positiv wirken sich auch Einfuhrzölle aus. Walzdraht und baunahe Produkte leiden unter Importen.

Im Mittel des August 2017 zogen die Schrottpreise je nach Sorte sowie Region um bis zu 20 €/t an, in Ausnahmefällen bis 25 €/t. Im Monatsverlauf kam es zu leicht anziehenden Preisen. Vor allem das ungebremste Einkaufsverhalten der türkischen Abnehmer zog die Preise nach oben. Auch Lieferungen in die Nachbarländer erfolgten mit Preisaufschlägen bis 20 €/t, obwohl – bedingt durch den Ferienmonat in Italien – die dortigen Abnehmer niedrigere Mengen orderten. Unverändert sind Altschrotte knapp; ferienbedingt ging auch das Neuschrottaufkommen leicht zurück. Angesichts der Sperrung der Rheintalbahn kommt es zu Lieferschwierigkeiten, welche die Logistikkosten erhöhen. Die im Monatsmittel höheren Eisenerz-Spotpreise treiben das Preisniveau nach oben. Die IKB sieht im September 2017 leicht anziehende Preise.

Die Spotmarktpreise für Kokskohle zogen im Monatsmittel um 30 US-$/t an. Trotz guter Erzversorgung steigen auch bei diesen die Preise weiter. Daher zogen die Weltrohstahlpreise im August 2017 nach. Innerhalb Europas war bei Warmbreitband ein Anstieg von 5,5 Prozent gegenüber dem Vormonat festzustellen. Verzinkte Bleche gaben trotz höherer Zinkpreise um knapp 2 Prozent nach. Für Walzdraht fiel der Preisanstieg mit 4,2 Prozent etwas geringer aus. Der Wettbewerbsdruck durch süd- und osteuropäische Anbieter ist hier immer noch sehr intensiv.

Bei den europäischen Stahlpreisen sieht die IKB in den nächsten zwei Monaten einen Anstieg (rund 3 Prozent), da sich die Vormaterialien wieder verteuert haben. Allerdings dürften die Hersteller versuchen, höhere Preisanstiege durchzusetzen.

Quelle: IKB Deutsche Industriebank