Sekundärrohstoffe und Abfälle: Binnenschiff-Transporte 2016 leicht gestiegen

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Schrott-Verladung auf Binnenschiff (Foto: Michael Gaida / Pixabay)

Duisburg — Auf den deutschen Wasserstraßen lag im Jahr 2016 die beförderte Gütermenge mit insgesamt 221,4 Mio. t exakt auf dem Niveau des Vorjahres, wobei die Verkehrsleistung um 1,8 Prozent auf 54,3 Mrd. tkm sank. Bei der Betrachtung der einzelnen Gütersegmente ergaben sich keine nennenswerten Verschiebungen gegenüber dem Vorjahr. So stieg der Anteil der beförderten „Sekundärrohstoffe und Abfälle“ von 2015 zu 2016 mit 11,1 zu 11,2 Mio. t nur um 0,9 Prozent, meldet der Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt e.V. in seiner aktuellen Ausgabe des statistischen Faltblattes „Daten & Fakten“.

Bei der Betrachtung der einzelnen Gütersegmente ergaben sich keine nennenswerten Verschiebungen gegenüber dem Vorjahr. Besonders häufig wurden die traditionellen Gütergruppen „Erze, Steine, Erden“ (54,9 Mio. t, 24,8 Prozent Anteil am Gütermix), „Kokerei- und Mineralölerzeugnisse“ (37,3 Mio. t, 16,9 Prozent), „Kohle, rohes Erdöl, Erdgas“ (34,1 Mio. t, 15,4 Prozent) sowie „Chemische Erzeugnisse“ (26,1 Mio. t, 11,8 Prozent) über den Wasserweg transportiert. Signifikante Veränderungen innerhalb der transportierten Gütergruppen ergaben sich im Vergleichszeitraum nicht. Zunahmen wurden in der Kategorie „Chemische Erzeugnisse“ (+ 4,8 Prozent) und „Sonstige Produkte“ (+ 7,8 Prozent) registriert. Weiterhin positiv entwickelte sich der Containerverkehr. So stieg die Anzahl der über die deutschen Wasserstraßen transportierten Boxen auf 2,45 Mio. TEU (+ 2,5 Prozent).

Die transportstärkste Region war das Rheingebiet mit 187,0 Mio. t (+ 0,7 Prozent), gefolgt vom westdeutschen Kanalgebiet mit 40,3 Mio. t (+ 2,3Prozent) und dem Mittellandkanal mit 21,1 Mio. t (- 2,8 Prozent). Güterzuwächse gab es auf dem Main (+ 4,7 Prozent; 15,6 Mio. t) und im Wesergebiet (+ 2,4 Prozent; 8,4 Mio. t), während insbesondere auf der Mosel (- 11,1 Prozent; 9,6 Mio. t), auf der deutschen Donau (- 7,0 Prozent; 5,3 Mio. t) und im Elbegebiet (- 6,3 Prozent, 17,9 Mio. t) Tonnagerückgänge verzeichnet wurden.

Die Stärke der deutschen Binnenflotte ging gegenüber dem Vorjahr leicht zurück. Zum Stichtag 31. Dezember 2016 waren im deutschen Binnenschiffsregister 1.978 Fahrzeuge für den Transport flüssiger und trockener Güter eingetragen (- 21 Einheiten). Hinzu kommen 70 Bunkerboote (- 10), 117 Schlepper (+ 2) und 299 Schubboote (+ 3). Die deutsche Fahrgastschifffahrt bildet weiterhin die größte „Weiße Flotte“ Europas mit 981 Tagesausflugsschiffen (- 2) und 62 Fahrgastkabinenschiffen (+ 2). Die Personenkapazität lag bei 206.376, die Bettenkapazität bei 9.006.

Die Anzahl der Unternehmen in der gewerblichen Binnenschifffahrt sank von 923 im Jahr 2014 auf 884 im Jahr 2015. Davon waren 402 Unternehmen in der Trockengüterschifffahrt, 138 in der Tankschifffahrt, 40 in der Schub- und Schleppschifffahrt sowie 319 in der Personenschifffahrt tätig. Die Beschäftigtenzahl sank im gleichen Zeitraum von 6.878 auf 6.809, wobei der Umsatz von 1,564 Mrd. Euro auf 1,625 Mrd. Euro gesteigert werden konnte.

Das BDB-Faltblatt „Daten & Fakten 2016/2017“ mit weiteren Informationen steht zum Download unter binnenschiff.de bereit. Die gedruckte Fassung kann über die BDB-Geschäftsstelle bezogen werden.

Quelle: Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt e.V. (BDB)