bauforumstahl fragte: Wie stehen die Parteien zu Ressourcenthemen?

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Fragebogen (Foto: © S. Hofschlaeger /http://www.pixelio.de)

Düsseldorf — Am 24. September 2017 findet in Deutschland die Bundestagswahl statt. Wie stehen die Parteien zu den Themen Kreislaufwirtschaft und Ressourcenwende; Vereinfachung Bau- und Vergaberecht; Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen; Forschung für den Mittelstand; Umsetzung von Forschung in die Praxis und Fachkräftemangel? Um das herauszufinden, befragte bauforumstahl CDU/CSU, SPD, Bündnis 90 – Die Grünen, FDP und Die Linke.

  • Zum Thema Kreislaufwirtschaft und Ressourcenwende erwähnt die CDU/CSU Umweltproduktdeklarationen, „die Markttransparenz auch auf Ebene der Bauprodukte verbessern“. Nur wenn die Kosten für die Entsorgung durch Produkthersteller getragen würden und damit Teil des Produktpreises wären, bestünde ein wirklicher Anreiz, Produkte abfallarm bzw. recyclingfähig herzustellen.
  • Die SPD verweist hier auf die Verbesserungen bei Sammlung und Recycling von u.a. Gewerbe- und Bauabfällen in der zurückliegenden Legislaturperiode.
  • Bündnis 90 – Die Grünen sehen die Ressourcenwende durch die 5-stufige Abfallhierarchie als eingeleitet und fordert, dass Niedrigstenergiestandard für Nichtwohngebäude des Bundes als KfW 40 definiert wird und bei allen zukünftigen Neubauvorhaben für mindestens 20 Prozent der konstruktiv bzw. wärmeschutztechnisch notwendigen Bauteile Baustoffe aus nachwachsenden Rohstoffen verwendet werden.
  • Die Linke kritisiert die Ressourcenpolitik der Bundesregierung und hält eine verpflichtende Quote über die Verwendung von Recycling-Baustoffen für sinnvoll.
  • Die FDP formuliert das Ziel, anspruchsvollere Recyclingquoten festzusetzen, plädiert für freiwillige Recyclinglabels und kritisiert die derzeitige Praxis des BMUB: „Hohe Kosten und mangelnde Objektivität der bisherigen Zertifizierungsverfahren stehen einer Verbreitung des Nachhaltigkeitsgedankens entgegen. Notwendig ist daher eine einheitliche und praxisgerechte Gestaltung der Bewertungssysteme“.

Die Parteien erkennen in ihren Antworten zur Forschung für den Mittelstand die Industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF) als wichtigen Motor des deutschen Mittelstands an, wobei die SPD eine konkrete Summe nennt: Auf 200 Millionen Euro pro Jahr solle die Fördersumme aufgestockt werden (derzeit 169 Millionen).

Im letzten Fragenblock zu möglichen politischen Hilfestellungen bei der Lösung des Problems des Fachkräftemangels äußern CDU/CSU, SPD, Grüne und FDP ihren Willen zukünftig die Schulfächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) stärker fördern zu wollen. Die Linke fordert einen Richtungswechsel in der Bildungspolitik.

Alle Fragen und Antworten sind im Detail unter bauforumstahl.de nachzulesen.

Quelle: bauforumstahl