Besuch des Finanzministers: Saubermacher präsentierte Entwicklungen und Kritik

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(v.l.:) H. Roth/ Eigentümer Saubermacher, H. J. Schelling/ Finanzminister, R. Mittermayr/ Vorstandsspre- cher Saubermacher (Foto: Saubermacher/ Scheriau)

Feldkirchen bei Graz — Österreichs Finanzminister Hans Jörg Schelling besuchte vor wenigen Tagen die Saubermacher-Zentrale in Feldkirchen und den operativen Standort Graz-Puchstraße. Dabei präsentierte das Unternehmen seine neuesten Entwicklungen im digitalen Bereich: die App wastebox.biz, den Onlineshop wastebox.at, die modernste Kunststoffsortieranlage Österreichs oder die Gemeinde-App Daheim. Auch über die aktuellen Herausforderungen der Abfallwirtschaft in Österreich wurde diskutiert– wie etwa die neun verschiedenen Abfallwirtschaftsgesetze und die langwierigen Genehmigungsverfahren für neue Betriebsanlagen.

Digitale Innovation

Im Rahmen des Minister-Besuchs unterstrich das Unternehmen seine Innovationsführerschaft in den Bereichen moderne Recyclingwirtschaft, neue Verwertungstechnologien, F&E-Projekte und digitale Eigenentwicklungen wie die App wastebox.biz, auf die Saubermacher besonders stolz ist. Denn mit Hilfe der App wird die Baustellenentsorgung für Baufirmen stark vereinfacht und die Betriebe sparen Kosten aufgrund effizienterer Abläufe und Datenverfügbarkeit auf Knopfdruck. Auch die Umwelt wird geschont. „Wird die App nur für 50 Prozent der Mulden-Transporte in Österreich eingesetzt, kann der CO2-Ausstoß um rund 6.000 Tonnen pro Jahr reduziert werden“, betonte Ralf Mittermayr, Sprecher des Vorstandes.

Bürokratie und uneinheitliche Gesetze

Gleichzeitig nutzten Saubermacher Eigentümer Hans Roth und der gesamte Vorstand die Gelegenheit, gemeinsam mit dem Finanzminister aktuelle Herausforderungen und Wünsche zu diskutieren. Besonders die Bürokratie mit langen Verfahrenszeiten, wie zum Beispiel bei der Genehmigung neuer Betriebsanlagen, sei ein großes Hindernis für die gesamte Branche. „Betriebs- und Anlagengenehmigungen müssen beschleunigt werden. Die aktuellen Abläufe gefährden das gesamte Entsorgungssystem“, waren sich Georg Ketzler, CFO, und Gerhard Ziehenberger, COO, einig.

Aber auch die neun verschiedenen Abfallwirtschaftsgesetze für die Entsorgung von nicht gefährlichem Abfall – jedes Bundesland hat sein eigenes – stelle Unternehmen und Entsorger vor große Herausforderungen. Es sei praktisch unmöglich, Unternehmen mit Filialen bzw. Niederlassungen in verschiedenen Bundesländern ein einheitliches Angebot zu legen. „Das führt zu großem Mehraufwand und hoher Komplexität und lässt auch unsere überregional tätigen KundInnen stöhnen“, kritisierte Saubermacher-Eigentümer Roth und fügte hinzu: „Die Entsorgung von gefährlichem Abfall hingegen ist bundesweit geregelt. Das wünschen wir uns auch für den nicht gefährlichen Bereich.“

Quelle: Saubermacher AG