Entwicklung der Kreislaufwirtschaft könnte von Digitalisierung profitieren

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(Foto: geralt / Pixabay)

Wuppertal — Nur rund 14 Prozent der in der Industrie eingesetzten Rohstoffe kommen aus dem Recycling, der Hauptanteil besteht noch immer aus Primärmaterialien. Statt Kreislaufwirtschaft. Werteverlust, Abhängigkeit von volatilen Rohstoffmärkten, geringere Ressourcenproduktivität und Umweltbelastung könnten sich durch eine Digitalisierungsoffensive in Industrie und Abfallwirtschaft vermeiden lassen. Die Kreislaufwirtschaft könnte von der Digitalisierung stark profitieren, meint eine Studie des Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie.

Als Hinderungsgründe für eine ausgeprägte Kreislaufwirtschaft führt die Studie Informationsdefizite an. Dazu gehören eine unterentwickelte Verfügbarkeit von Informationen, erhöhte Transaktions- und Suchkosten für Materialien, eine verzerrte Wahrnehmung durch potenzielle Kunden und technologische Probleme, da die Rezyklierbarkeit nicht als Wettbewerbsvorteil wahrgenommen wird und ungünstiges Design die Recyclingskosten erhöht.

Wuppertal Institut-Geschäftsfeldleiter Henning Wilts, Mitautor der Studie, formuliert den Lösungsweg: „Der Übergang zur Kreislaufwirtschaft wird es zwingend erfordern, Stoffflüsse und Informationsflüsse stärker zu koordinieren, um den genannten Problemen zu begegnen. Informationen über Mengen und insbesondere Qualitäten von Produkten und den in ihnen enthaltenen Rohstoffen müssen erhoben werden und erhalten bleiben.“ Mit anderen Worten: Erfolgversprechende Lösungsansätze zur Realisierung müssen deutlich über reine Entsorgungslösungen hinausgehen, viel früher im Produktionsprozess ansetzen und auch stärker als bisher Konsumentscheidungen einbeziehen.

Due Untersuchung kommt zu dem Schluss, dass die Kreislaufwirtschaft eine Vernetzung der Industrie, der Abfallwirtschaft und der Unternehmen erfordert, um Software und Technologien für eine „Digitale Transformation“ zu entwickeln. Sie sei nötig, ein funktionierendes Wertschöpfungsnetz aufzubauen.

Die vollständige Studie kann unter https://wupperinst.org/fa/redaktion/downloads/publications/In_Brief_2017-4.pdf heruntergeladen werden.

Quelle: Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH