ECHA setzt Perfluorhexansulfonsäure auf die REACH-„Kandidatenliste“

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Source: European Chemicals Agency

Hilden — Die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) hat die Substanz Perfluorhexansulfonsäure (PFHxS) in den Anhang 15 der REACH-Verordnung, die sogenannte Kandidatenliste, aufgenommen. Dieser Schritt zur weiteren PFAS-Regulierung stellt eine Herausforderung für die Galvano- und Oberflächentechnik dar.

In einer Pressenotiz führt die ECHA aus, dass diese Maßnahme Teil einer übergeordneten Strategie ist, die Gruppe der per- und polyfluoralkyl-Verbindungen (PFAS) umfassend zu regulieren. Ziel ist, unerwünschte Substitutionen durch andere PFAS zu unterbinden. Mit der Aufnahme in Anhang 15 wird die Aufnahme in Anhang 14 vorbereitet, womit die Substanz autorisierungspflichtig werden würde.

Die polyfluorierten Verbindungen geraten damit vollständig in Gefahr, in Kürze nicht mehr zur Verfügung zu stehen. Bisher wurden sie unter anderem in der Galvanotechnik als Tenside geschätzt, die selbst in aggressiver Umgebung wie beispielsweise Chromtrioxid-Lösungen wirksam bleiben, nicht zersetzt werden und somit stabile Expositionsbedingungen gewährleisten. Wenig andere Verbindungen weisen diese Eigenschaften auf. Ähnliches gilt für Antihaftbeschichtungen wie beispielsweise „Teflon“®.

Der Zentralverband Oberflächentechnik e.V. (ZVO) weist darauf hin, dass somit künftig Substanzen mit einzigartigen Eigenschaften ersetzt werden müssten. Erschwerend kommt hinzu, dass die Alternativen und damit verbundene andere Risiken nicht geklärt sind.

Bereits mit Aufnahme in Anhang 15 sind sofort Pflichten für „Inverkehrbringer“ verbunden:

  • Lieferanten (innerhalb der EU) von SVHC der Kandidatenliste müssen ihren Kunden ein Sicherheitsdatenblatt zur Verfügung stellen.
  • Lieferanten (innerhalb der EU) von Gemischen, die nach der Richtlinie 1999/45/EG nicht als gefährlich eingestuft sind, müssen den Abnehmern auf Anforderung ein Sicherheitsdatenblatt zur Verfügung stellen, wenn die Zubereitungen mindestens einen Stoff aus der Kandidatenliste enthalten und seine Einzelkonzentration bei nichtgasförmigen Zubereitungen mindestens 0,1 Prozent (w/w) und bei gasförmigen Zubereitungen mindestens 0,2 Volumenprozent beträgt.
  • In der EU ansässige Lieferanten von Erzeugnissen, die in der Kandidatenliste aufgeführte SVHC in einer Konzentration von über 0,1 Prozent (w/w) enthalten, müssen ihren gewerblichen Kunden die ihnen zur Verfügung stehenden Informationen zur sicheren Handhabung des Erzeugnisses zukommen lassen. Mindestens ist der Name des Stoffes zu nennen.
  • In der EU ansässige Lieferanten von Erzeugnissen, die in der Kandidatenliste aufgeführte Stoffe in einer Konzentration von über 0,1 Prozent (w/w) enthalten, müssen ihren (privaten) Kunden, den Verbrauchern, auf Aufforderung innerhalb von 45 Tagen nach Erhalt dieser Aufforderung die ihnen zur Verfügung stehenden Informationen zur sicheren Handhabung des Erzeugnisses zukommen lassen. Diese Angaben müssen die sichere Verwendung des Erzeugnisses gewährleisten und mindestens den Namen des Stoffes enthalten.

Quelle: Pressebox