KuRVe bestätigt: Gemischt gesammelte Kunststoffe gehören in den Restmüll

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Plastikflaschen (Foto: ©Ariane Sept / http://www.pixelio.de)

Zürich, Schweiz — Die getrennte Sammlung von rezyklierbaren Abfällen ist besser als die gemischte Sammlung. Dies gilt gemäss einer neuen Studie auch für Kunststoffe: Unter dem Strich hat die gemischte Sammlung von Kunststoffabfällen bei hohen Kosten einen nur geringen ökologischen Nutzen. Mit dem Studienergebnis sehen sich Schweizer Recyclingverbände der öffentlichen Hand und der Wirtschaft in ihrer Position bestätigt: Es sollen nur Recycling-Fraktionen gesammelt werden, die nachweisbar rezykliert werden können.

Die jetzt veröffentlichte Studie zu „ KuRVe (Kunststoff Recycling und Verwertung)“ hat den Umweltnutzen und die Kosten verschiedener Kunststoffsammlungen untersucht. Die nationalen Verbände der kommunalen Abfallwirtschaft OKI und VBSA sowie der Dachverband Swiss Recycling sehen sich durch die Studienergebnisse in ihren bisherigen Empfehlungen bestätigt: Es sollen weiterhin nur recyclingfähige Materialien gesammelt werden und zwar separat. Mehrere Detailhändler bieten bereits kostenlose Separatsammlungen für Plastikflaschen und teilweise auch Getränkekarton an.

Die Sammlung und das Recycling von Kunststoffflaschen, allenfalls ergänzt durch Getränkekartons, ist zu fördern. Die drei Verbände propagieren ein schweizweites Recyclingsystem mit verursachergerechter Finanzierung. Dies hat sich bei anderen Wertstoffen bewährt. Dabei sollen alle betroffenen Akteure sinnvoll eingebunden werden, damit der Bevölkerung schweizweit einheitliche Rückgabemöglichkeiten angeboten werden können.

Eine komplette Sammlung der Kunststoffabfälle aus den Haushalten ist nicht anstrebenswert. Denn gemischte Kunststoffsammlungen bringen nur einen geringen zusätzlichen Umweltnutzen, da längst nicht alles rezykliert werden kann, was gemischt gesammelt wird. Ein beachtlicher Teil landet am Schluss wieder in der Verbrennung, und das Versprechen eines umfassenden Recyclings wird durch Gemischtsammlungen meist nicht eingelöst. Damit lassen sich die hohen Kosten von rund 750 Franken pro Tonne nicht rechtfertigen.

Die drei Verbände vertreten daher klar die Haltung, dass auf absehbare Zeit die gemischten Kunststoffabfälle aus Haushalten weiterhin in den Abfallsack gehören. In den Schweizer Kehrichtverwertungsanlagen werde die darin steckende Energie optimal genutzt.

Der Kurzbericht zu „ KuRVe (Kunststoff Recycling und Verwertung). Ökonomisch-ökologische Analyse von Sammel- und Verwertungssystemen von Kunststoffen aus Haushalten in der Schweiz“ kann unter carbotech.ch heruntergeladen werden.

Quelle: Swiss Recycling