Batterien ohne Schwermetalle oder Säuren: CEEC Jena erhält Förderbescheid

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Altbatterien (Foto: Kroll/Recyclingportal.eu)

Erfurt — Batterien und Energiespeicher, die ohne teure und umweltgefährdende Schwermetalle und Säuren auskommen und stattdessen umweltfreundliche Alternativen aus Kunststoffen oder Keramiken nutzen: Sie sind Ziel des Forschungsverbunds von Friedrich-Schiller-Universität Jena (FSU) und Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme Hermsdorf/Dresden (IKTS). Einen weiteren Förderbescheid über 6,5 Millionen Euro übergab jetzt Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee an den Direktor des Centers for Energy und Environmental Chemistry Jena (CEEC Jena).

„Jena setzt mit dem CEEC Jena Impulse für die Batterieforschung weit über Deutschland hinaus“, betonte Tiefensee. „Das CEEC Jena leistet damit auch Pionierarbeit für die Energiewende und schafft den notwendigen Wissenstransfer in die Thüringer Wirtschaft.“ Wissenschaftsministerium, Carl-Zeiss-Stiftung und Ernst-Abbe-Stiftung haben die Arbeit des CEEC Jena seit 2011 mit mehr als 23 Millionen Euro gefördert. Im Juni hatte die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) von Bund und Ländern zudem grünes Licht für einen rund 2.500 Quadratmeter Nutzfläche umfassenden zweiten Forschungsbau („CEEC Jena II“) gegeben, der knapp 26 Millionen Euro kosten und hälftig vom Bund und Land finanziert werden soll.

Hinzu kommen am heutigen Tag weitere 6,5 Millionen Euro aus Mitteln des Landes und des Europäischen Fond für Regionale Entwicklung (EFRE). Mit dem Geld sollen sieben themenspezifische Forschungslabore – sog. „keylabs“ – für verschiedene konkrete Aufgabenstellungen im Bereich der Batterieforschung (Elektrochemie, Morphologie, Solarbatterien, Redox-Flow-Batterien, gedruckte organische Radikalbatterien, Hochskalierung, Überführung in die eine mögliche spätere Produktion („lab2fab“)) eingerichtet und ausgestattet werden. Dazu sind v.a. forschungsbezogene Geräte, technisches und Verwaltungspersonal, Gebäudemieten bis zum Bezug der Neubauten und Betriebsmittel erforderlich. Außerdem wird das CEEC Jena eine eigene Geschäftsstelle bekommen.

„Neben Investitionen in Beton und Stahl sind natürlich das Personal sowie die Ausstattung mit erstklassigen Forschungsgeräten entscheidend für den Erfolg eines Zentrums im hochkompetitiven internationalen Wettbewerb, gerade auch im Bereich der Energiespeicherung“, sagte Jenas Universitäts-Präsident Prof. Dr. Walter Rosenthal und ergänzt: „Daher freue ich mich besonders, dass Minister Tiefensee heute mit dieser weiteren Förderzusage zu uns gekommen ist, die eine wesentliche Verbesserung der Infrastruktur und dadurch Forschung auf höchstem Niveau ermöglicht.“

Für ihre Forschungsergebnisse waren die Wissenschaftler am CEEC Jena um Institutsdirektor Schubert im April 2017 mit dem Thüringer Forschungspreis und einem Preisgeld über 25.000 Euro ausgezeichnet worden. Darüber hinaus arbeitet das junge Startup JenaBatteries GmbH an der Vermarktung erster am CEEC Jena entwickelter Energiesysteme. Das Unternehmen beschäftigt sich insbesondere mit der wirtschaftlichen Weiterentwicklung und Nutzung einer sicheren, preisgünstigen, massenproduktionstauglichen metall-freien Redox-Flow-Batterie. Auch die kürzlich bekannt gegebene „größte Batterie der Welt“, die in Oldenburg in Salzkavernen entstehen soll, ist auf Basis der Technik des CEEC Jena geplant.

Quelle: Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft