IKB: Stahl- und Schrottpreise anziehend, Aluminium stagniert, Kupfer unverändert

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Aluminium-Reststoffe (Foto: Kroll/ Recyclingportal.eu)

Düsseldorf — Auf den Weltrohstoffmärkten zeigte sich zuletzt eine divergierende Entwicklung: Vor allem etliche metallische Rohstoffe zogen wieder an, während energetische Rohstoffe sich eher seitwärts bewegten. Insgesamt legten die Weltrohstoffpreise um 3,5 Prozent zu, meldet die IKB Deutsche Industriebank in ihrer neuesten Rohstoffpreis-Information.

Im ersten Halbjahr 2017 wuchs die globale Rohstahlproduktion um 4,5 Prozent. In Deutschland stieg die Produktion um knapp 2 Prozent und in der EU um 4 Prozent. Für 2017 sieht die IKB global einen Anstieg um bis zu 3 Prozent. Aufgrund hoher Nachfrage bei einem knapperem Angebot zogen die Schrottpreise im Juli daher um 10 bis 13 €/t an. Bedingt durch eine hohe chinesische Nachfrage legten auch die Eisenerzpreise im Monatsmittel um 10 US-$ je Tonne zu. In Europa reduzierten sich die Preise für Flachprodukte um bis zu 4,5 Prozent, Walzdraht verbilligte sich um knapp 1 Prozent, verzinkte Bleche sanken um 1,5 Prozent. In der Tendenz sollen bis Ende September 2017 die Stahlpreise wieder um bis zu 5 Prozent anziehen. Schrott bewegt sich im August bei knappem Aufkommen leicht höher und zeigt weiteres Potenzial im September.

Bis Ende Juni 2017 zog die globale Primäraluminiumproduktion um 6,1 Prozent an; in China legte sie um knapp 11Prozent zu. Dagegen sank die Produktion in Nordamerika um 3,4 Prozent. Für das Gesamtjahr erwartet de IKB daher eine weltweite Primäraluminiumproduktion von rd. 60 Mio. t. Die Lagerbestände an der LME reduzierten sich auf 1,35 Mio. t; diejenigen der SHFE betragen nun 456.000 t. Die investive Nachfrage stieg im Juli um 16 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Insgesamt ist immer noch ein hohes Versorgungsniveau gegeben. In der Tendenz bewegen sich die Primäraluminiumpreise bis September 2017 weiter um die Marke von 1.900 US-$ je Tonne mit einem Band von 200 US-$; die Preise von Recyclingaluminium oszillieren um 1.650 US-$ je Tonne.

Bis Ende April 2017 sank die Weltkupferminenproduktion – zum Teil streikbedingt – um 3,5 Prozent; die Raffinadeproduktion bleib weitgehend unverändert. Der Verbrauch reduzierte sich dagegen um 3 Prozent. Es ergab sich bisher ein Angebotsüberschuss von 80.000 t, welcher seit Jahresbeginn kräftig abgeschmolzen ist. Bis zur Jahresmitte dürfte ein Angebotsdefizit entstehen. Die Lagervorräte an der LME betrugen Ende Juli 2017 rund 297.000 t, diejenigen an der SHFE machten 179.000 t aus. Die investive Nachfrage brach im Juli um 40 Prozent ein. In der Tendenz prognostiziert die IKB für die Kupfernotierung bis Ende September 2017 eine Bewegung in einem Band von 500 US-$ um die Marke von 6.200 US-$ je Tonne.

Quelle: IKB Deutsche Industriebank