Schweiz: Weitaus weniger Fahrzeuge geshreddert als erwartet

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Altfahrzeuge (Foto: O. Kürth)

Bern, Schweiz — Laut offizieller Exportstatistik der Eidgenössischen Zollverwaltung hätten 2016 in der Schweiz 150.000 Altfahrzeuge zur Verwertung anfallen müssen. Doch wurden im Berichtsjahr mit 76.112 weitaus weniger Fahrzeuge geshreddert als erwartet. Den Hauptgrund sieht die Stiftung Auto Recycling Schweiz (ARS) in den tiefen Schrottpreisen, die auf die verhaltene Weltwirtschaft sowie auf die Überproduktion von Billigstahl und die daraus resultierende geringe Schrottnachfrage zurückzuführen war. Für Altfahrzeuge gab es praktisch keine Vergütung, weshalb andere Absatzkanäle gesucht oder Lager aufgebaut wurden.

Die anhaltend tiefen Schrottpreise führten auch 2016 zu einer verhältnismässig geringen Menge an geshredderten Fahrzeugen. Dafür nahmen die Fahrzeugexporte deutlich zu. Erst gegen Ende Jahr erreichten die Schrottpreise wieder ein vernünftiges Niveau.

An den negativen Auswirkungen eines tiefen Schrottpreises und der starken Schweizer Währung hat sich 2016 wenig geändert. Von der Währungssituation konnten die Neuwagenimporte und der Gebrauchtwagenhandel profitieren, denn die Fahrzeugpreise waren sehr attraktiv. Dagegen litt die Verwerterbranche hauptsächlich infolge der europaweit geringen Schrottnachfrage der Stahlwerke und der entsprechend tiefen Preise. Gibt es keine Vergütung für Metallschrott, werden ausgediente Fahrzeuge vermehrt exportiert oder gelagert, bis sich die Situation bessert.

Bei den Autoverwertern zeichnen sich nach Dastellung von der Stiftung Auto Recycling Schweiz strukturelle Veränderungen ab. Die goldenen Jahre gehören der Vergangenheit an. Nur wer eine bestimmte Grösse besitzt und eine gute Marktposition innehat, kann langfristig überleben. Der wirtschaftliche Erfolg hängt massgeblich von den erzielbaren Preisen für Sekundärmetalle und Ersatzteile ab. Bei den Ersatzteilen ist die Konkurrenz von billigen Neuteilen aus dem asiatischen Raum gross. Die zahlreichen Exporte von älteren Fahrzeugen führen zudem zu einer geringeren Nachfrage nach Ersatzteilen in der Schweiz.

Bei den Shredderwerken fielen mehr als 61.000 Tonnen Shredderleichtfraktion an. Davon stammten jedoch nur rund 17’000 Tonnen aus Altfahrzeugen. Die Shredderleichtfraktion wird vollumfänglich in modernen KVA thermisch verwertet. Schweizerische KVA entsorgten 62 Prozent, der Rest ging in drei deutsche und eine französische Anlage.

Der vollständige Jahresbericht der Stiftung Auto Recycling Schweiz kann unter Jahresbericht-2016 heruntergeladen werden.

Quelle: Stiftung Auto Recycling Schweiz