REA-Gips: Saint-Gobain Rigips eröffnete Pilotprojekt für nachhaltige Produktion

757
Offizieller Start der neuen Rigips-Wiederverwertungsanlage durch (v. l.) Stadtrat Dr. Christopher Schmitt, Rigips-Geschäftsführer Werner Hansmann, Gelsenkirchens OB Frank Baranowski und Werksleiter Eckhard Kroll (Foto: Rigips)

Düsseldorf / Gelsenkirchen – Mit dem Start einer hochmodernen Dosier- und Zuführanlage am Werksstandort Gelsenkirchen-Scholven will die Saint-Gobain Rigips GmbH ein Zeichen im Rahmen ihrer Nachhaltigkeitsstrategie setzen. Nun wurde die Anlage, die auch REA-Gips verarbeitet, als erste ihrer Art in Nordrhein-Westfalen feierlich eröffnet. „Wir werden damit dem Nachhaltigkeitsgedanken und unserer Verantwortung gerecht, als führender Anbieter für zukunftsweisende Lösungen zu sorgen“, erklärte Werner Hansmann, Vorsitzender der Rigips-Geschäftsführung, in seiner Begrüßungsrede.

Für seine hochwertigen und baubiologisch empfohlenen Gipsprodukte nutzt Rigips in der Fertigung neben Naturgips auch den sogenannten REA-Gips, der als industrielles Nebenprodukt gewonnen wird. Bereits als erstes Unternehmen in Deutschland hatte Rigips die Technologie zur Verwertung von REA-Gips entwickelt und so dazu beigetragen, dass dieser als Rohstoff verwertet werden kann. Durch spezialisierte Rückbau- und Recyclingunternehmen können Gipsbaustoffe am Ende des Lebenszyklus eines Gebäudes wieder zu einem vollwertig nutzbaren Rohstoff aufbereitet werden. Damit entspricht der Baustoff Gips in besonderem Maße der Forderung des deutschen Kreislaufwirtschaftsgesetzes, das unter anderem eine möglichst umfassende Wiederverwertung von Rohstoffen vorsieht.

Rückgewinnung von Gipswertstoffen ausschöpfen

Mit der jetzt in Betrieb genommenen, neuen Anlage in Gelsenkirchen ergänzt das Unternehmen die Rohstoffversorgung um eine besonders nachhaltige Säule, erläuterte Werner Hansmann. „Die Basis für die neue Anlage bildet ein umfassendes technologisches und logistisches Konzept, das wir zusammen mit unseren externen Recyclingpartnern entwickelt haben, um die großen Potenziale der Rückgewinnung von Gipswertstoffen ausschöpfen zu können. Rigips übernimmt mit dem Start der Anlage eine Vorreiterrolle für die gesamte Trockenbaubranche. Als erster Hersteller sind wir in NRW nun in der Lage, den Gedanken ‚Von Gips zu Gips’ umzusetzen. Wir decken damit den kompletten Produktlebenszyklus ab – von der Rohstoffgewinnung über die Produktion und den Einbau bis hin zum Rückbau und zum Recycling.“

Gemeinsam mit dem international erfahrenen Aufbereitungsunternehmen für Gipsmaterialien New West Gypsum Recycling Inc. und der deutschen Niederlassung, der New West Gypsum Recycling Germany GmbH werden die Wertstoffe so aufbereitet, wie es den Anforderungen an ein Rohmaterial entspricht. Dem Recycling zugeführt werden sowohl bei Rückbauten anfallendes Material als auch Verschnitt aus Neubauprojekten und von weiterverarbeitenden Industriebetrieben, aktuell aus dem Gebiet Rhein/Ruhr und dem nördlichen Rheinland-Pfalz. „Daneben recyceln wir bereits seit Jahren Material, das in unserer Produktion zum Beispiel als Fehlchargen anfällt. Diese aktive Ausschussvermeidung ist bei Rigips bereits seit langer Zeit Standard“, erklärt Werksleiter Eckhard Kroll.

Recyclinggips von höchster Qualität

Rund zwei Jahre lang wurde an Planung und Errichtung der neuen Anlage gearbeitet. Diese erlaubt es, die Effizienz in der Nutzung des Rohstoffes Gips auf ein neues Niveau zu heben, so der Werksleiter weiter. „Die Anforderungen an Recyclinggips sind seitens des Bundesverbandes der Gipsindustrie umfassend geregelt. Wir folgen diesen Spezifikationen, haben diese allerdings qualitativ sogar noch strenger gefasst. Unser Partner bereitet den Gips gemäß dieser Regelungen auf. Dadurch sind wir in der Lage, Produkte in gewohnt höchster Qualität zu liefern, die dank des eingesetzten Recyclinggipses in besonderem Maße nachhaltig produziert werden“, betont Eckhard Kroll.

Das zu recycelnde Material werde laut Kroll bei dessen Eingang sowohl im Wertstoffsammelbetrieb als auch in der Aufbereitungsanlage der New West Gypsum Recycling Germany geprüft, sortiert und anschließend mit modernster Technik gemäß den Vorgaben in einem mehrstufigen Prozess sorgfältig aufbereitet. Dabei unterliegt es erneuten und umfassenden Qualitätskontrollen. Diese erfolgen auch wiederum anschließend im Rigips-Werk, wo neben zusätzlicher Materialoptimierungen dann die eigentliche Rückführung des Rohstoffes in den Produktionsprozess stattfindet.

Weitere Standorte sollen folgen

Am Ende der Eröffnungszeremonie, an der unter anderem auch Gelsenkirchens Oberbürgermeister Frank Baranowski teilnahm, skizzierte Geschäftsführer Werner Hansmann die weiteren Schritte der Rigips-Nachhaltigkeitsstrategie. „Unser nächstes Ziel ist es, auch unsere anderen Standorte mit vergleichbaren Wiederverwertungsanlagen auszustatten. Denn je weniger Transportstrecken im Rahmen der Rohstoffversorgung zu bewältigen sind, desto flexibler und nachhaltiger können wir unsere Fertigungsprozesse gestalten und desto positivere Effekte ergeben sich für die Umwelt und die Ökobilanz unserer Produkte. Nachhaltigkeit ist dabei der zentrale Aspekt für Rigips ebenso wie für die Saint-Gobain-Gruppe. Die Anlaufphase unserer neuen Anlage hier in Gelsenkirchen wird uns viele neue Erkenntnisse bringen, die wir für zukünftige Maßnahmen auch an anderen Standorten werden nutzen können.“

Quelle: Saint-Gobain Rigips GmbH