Ohne BDE: ver.di und Berlin Recycling einigen sich auf Tarifvertrag

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Quelle: ver.di - Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft

Berlin — Die Vereinigte Dienstleistungs-Gewerkschaft ver.di hat sich mit der 100prozentigen BSR-Tochter Berlin Recycling GmbH rückwirkend zum 1. Januar 2017 auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt. Zuvor wurde durch zwei Streiktage die Entsorgung von Papier/Pappe und Glas sowie Gewerbemüll berlinweit erheblich beeinträchtigt.

Die Tarifvertragsparteien verständigten sich auf einen Haustarifvertrag zum Entgelt, nachdem die bundesweiten Tarifverhandlungen in der privaten Entsorgungswirtschaft im Flächentarifvertrag mit dem Bundesverband der Deutschen Entsorgungswirtschaft (BDE) ergebnislos von ver.di beendet wurden. Es habe – so ver.di – seitens des Arbeitgeberverbandes BDE keinerlei Bereitschaft gegeben, dem bestehenden Fachkräftemangel durch einen zukunftsgerichteten Tarifvertrag entgegenzuwirken.

Der Tarifvertrag beinhaltet eine Einmalzahlung von 700 € sowie Lohnsteigerungen von 2,8 Prozent ab 1. Juli 2017 sowie 2,4 Prozent ab 1. Januar 2018 mit einer Gesamtlaufzeit von zwei Jahren. „Ab Januar 2018 erhält ein Kraftfahrer bei Berlin Recycling ein Einstiegsentgelt von 13,84 €/Stunde (15,73 €/Stunde Endstufe ab dem 4. Beschäftigungsjahr), beim BDE-Tarifvertrag sind es lediglich 11,95 € als Einstieg. Damit liegen wir mit diesem Tarifvertrag an der Spitze der Gehälter in der privaten Entsorgungsbranche“, beschreibt Ellen Naumann, ver.di-Landesfachbereichsleiterin Ver- und Entsorgung Berlin/Brandenburg und Verhandlungsführerin, die Situation in der Branche.

„Mit diesem Tarifabschluss wird es gelingen, den bestehenden Mangel an Kraftfahrern bei Berlin Recycling zu reduzieren“, ist sich die Gewerkschafterin sicher, „Außerdem kann endlich darauf verzichtet werden, täglich über 30 Leiharbeiter zu Billiglöhnen zu beschäftigen“, führt die Verhandlungsführerin von ver.di weiter aus. Vielmehr könne diesen Personen, die zum Teil langjährig als Leiharbeiter für die 100-ige BSR Tochter tätig sind, nun auch eine Perspektive als Müllwerker direkt im Betrieb geboten werden.

„Mit diesem Tarifvertrag ist endgültig klar, dass der bundesweite Arbeitgeberverband BDE als Tarifpartner nicht mehr in Frage kommt“, betont Ellen Naumann. ver.di sei inzwischen bundesweit in der privaten Entsorgungsbranche dabei, über Haustarifverhandlungen die Einkommenssituation der Beschäftigten zu verbessern. Dem BDE sei es weder gelungen, weitere Arbeitgeber für ihren Verband zu gewinnen, noch gäbe es die Bereitschaft zu zeitgemäßen Tarifverträgen, die den Fachkräftemangel berücksichtigen.

Quelle: ver.di, Landesbezirk Berlin-Brandenburg