Tragetaschenverordnung: „Aus“ für kostenlose Kunststoff-Tüten in Österreich

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Plastiktüten (Foto: © Erwin Lorenzen/ http://www.pixelio.de)

Wien — Um den durchschnittlichen Verbrauch an leichten Kunststofftragetaschen dauerhaft zu senken, hat das österreichische Lebensministerium jetzt bei der EU Kommission einen Begutachtungsentwurf der „Tragetaschenverordnung“ eingereicht. Der Erlass sieht für die Abgabe von Kunststofftragetaschen an Verbraucher ab 1. Januar 2018 ein Mindestentgelt vor. Durch diese kostenpflichtige Abgabe soll eine deutliche Reduktion des Verbrauchs angestrebt werden.

Ausgenommen von der Zahlung sind sind sehr leichte Kunststofftragetaschen, in die Fleisch, Fisch, Obst, Gemüse, Kräuter, Brot, Gebäck oder Snacks verpackt werden. Für sehr leichte Kunststofftragetaschen beträhz das Entgelt 0,05 €; für leichte Kunststofftragetaschen 0,30 € und für schwere Kunststofftragetaschen 0,50 €.

Schon bisher wird in vielen Branchen im Einzelhandel (z.B. durchgehend im Lebensmitteleinzelhandel) ein Entgelt für die meisten Kunststofftragetaschen verlangt. Durch die Verpflichtung, diese Praxis in allen Einzelhandelsgeschäften zu übernehmen, kommt es zu zusätzlichen Erlösen bei dem Händlern, die Tragetaschen bisher gratis abgegeben haben. Geschätzt wird eine durchschnittliche Entlastung der 75.000 in Österreich tätigen Einzelhandelsunternehmen von € 200 im Jahr.

Durch die Verpflichtung zur entgeltlichen Abgabe von Kunststofftragetaschen ist einerseits eine Änderung des Konsumverhaltens und damit verbunden eine Vermeidung von Kunststoffabfällen zu erwarten. Nicht vermeidbare Kunststofftragetaschen werden künftig in jedem Einzelhandelsgeschäft nahezu ausnahmslos etwas kosten. Geht man von ca. 7,5 Mio Konsumenten aus, ist mit einer durchschnittlichen zusätzlichen Belastung von € 2 pro Jahr auszugehen.

Der Begutachtungsentwurf der „Tragetaschenverordnung“, der jetzt bei der EU-Kommission zur Notifizierung vorgelegt wurde, kann unter bmlfuw.gv.at heruntergeladen werden.

Quelle: Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft