BDSV alarmiert: Altauto-Demontagebetriebe leiden unter Unterauslastung

765
Altauto-Verwertung (Foto: Kroll/Recyclingportal.eu)

Düsseldorf — Deutschland verfügt über ein hervorragendes Netz von Demontagebetrieben für Altfahrzeuge. Das Problem: Diese Anlagen – errichtet nach den Vorgaben der Altfahrzeugverordnung – leiden unter erheblicher Unterauslastung. Dabei können und sollen über die 500.000 Altfahrzeuge hinaus, die derzeit pro Jahr in den Demontagenbetrieben ankommen, eine weitere halbe Million Altfahrzeuge einer fachgerechten Demontage zugeführt werden.

BDSV Präsident Andreas Schwenter nimmt auf den jüngst vorgestellten Forschungsbericht des Umweltbundesamtes Bezug. Danach sei die fachgerechte Entsorgung zusätzlicher rund 500.000 Altfahrzeuge erforderlich. Das Gutachten des UBA belege, dass illegale Fahrzeugexporte, illegale Verwertungstätigkeiten, ein fehlender Vollzug geltenden Rechts und die nicht vollzugstaugliche Abgrenzung von Altfahrzeugen zu Gebrauchtwagen mitursächlich für den „Altfahrzeugverlust“ seien. Demontage- und Schredderbetriebe hätten in den letzten rund 20 Jahren in Erwartung eines stringenten Gesetzesvollzugs viele Millionen Euro investiert, um die Rohstoffkreisläufe umweltgerecht zu schließen.

Laut Schwenter bedrohe die angespannte Lage immer mehr kleinere Demontagebetriebe und zwinge diese zur Aufgabe: „Wir brauchen nicht mehr Regulierung, sondern müssen das bestehende Recht anwenden. Das gilt im übrigen auch für die EU-Altfahrzeug-Rahmenrichtlinie, deren detaillierte Vorgaben nicht in allen Mitgliedsländern gleichermaßen vollzogen werden.“

In diesem Zusammenhang zeigt sich der BDSV Präsident irritiert von neuen Überlegungen im Zusammenhang mit der Novellierung der EU-Richtlinie, herstellerfinanzierte Geldtöpfe einzurichten. Erfahrungsgemäß käme bei den vorhandenen Dienstleistern durch diese Art von Planwirtschaft das Geld nicht an.

Quelle: BDSV Bundesvereinigung Deutscher Stahlrecycling- und Entsorgungsunternehmen e. V.