Österreichs Lebensmittelbranche produziert 121.800 t/a vermeidbare Food-Abfälle

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FastFood-Müll (Foto: © Tim Reckmann/ http://www.pixelio.de)

Wien (OTS) — Jährlich fallen in Österreich 577.000 Tonnen vermeidbarer Lebensmittelabfälle entlang der gesamten Wertschöpfungskette an: von der Landwirtschaft, Produktion, Handel, Gastronomie bis hin zu den Haushalten. Davon entfallen 121.800 Tonnen auf die österreichische Lebensmittelproduktion, fand jetzt eine Studie des Österreichischen Ökologie-Instituts heraus.

Die österreichische Lebensmittelgroßproduktion besteht aus 250 Unternehmen mit jeweils mehr als 50 MitarbeiterInnen und/oder über 250 Mio. Euro Umsatz und umfasst folgende Branchen: Backwaren, Bier, Feinkost und Gewürze, Fette und Öle, Fleisch, Gemüse- und Obstveredelung, Getränke, Molkerei, Tiefkühlkost, Zucker und Süßwaren.

Erstmals Zahlen erhoben

Die Studie „Abfallvermeidung in der österreichischen Lebensmittelproduktion“ erhob erstmals die Zahlen an vermeidbaren Lebensmittelabfällen in der Lebensmittelproduktion. Pro Branche wurde neben der allgemeinen Datenerhebung mindestens eine Abfallsortieranalyse durchgeführt. Im Fokus der Erhebung standen dabei vermeidbare Lebensmittelabfälle wie fertig verpackte Produkte, überlagerte Lebensmittel, kostenlose Retour- und freie Kommissionsware sowie verzehrfähige Rohprodukte, die aus verschiedenen Gründen entsorgt werden müssen.

Ursachen für das Entstehen von vermeidbaren Lebensmittelabfällen sind Herstellungsprozesse, Retourwaren, Fehl- und Überproduktionen, Qualitätssicherung wie Rückstellmuster und Laborproben, Transport- und Lagerungsschäden. Der größte Teil der 121.800 Tonnen vermeidbaren Lebensmittelabfälle in der Lebensmittelproduktion entsteht in der Branche Backwaren (51.700 Tonnen). 35.600 Tonnen davon sind Brot und Gebäck, die der Lebensmitteleinzelhandel im Zuge von freien Retourwaren an die Produzenten zurückschickt.

Erfolgreiche Maßnahmen

Zahlreiche österreichische Produktionsbetriebe setzen seit Jahren erfolgreich Maßnahmen gegen die Lebensmittelverschwendung: Re-Work und Weiterverarbeitung von Nebenprodukten, Investition in effiziente Technologie, Kontrolle der Lagerstände, Zielvorgaben und Monitoring von Retourwaren, Schulungen der MitarbeiterInnen, Weitergabe von nicht marktfähigen Lebensmitteln an das Personal, Verarbeitung in der Betriebskantine oder Spenden an soziale Einrichtungen.

Trotz aller bereits umgesetzten Maßnahmen empfiehlt das Österreichische Ökologie-Institut rechtliche Rahmenbedingungen zu schaffen, die eine Weitergabe von Lebensmitteln erleichtern. Produkte, die nicht marktfähig, aber genusstauglich sind, sollen vermehrt sozialen Einrichtungen gespendet werden, auch wenn es sich um Markenprodukte oder Eigenmarken der Handelsketten handelt.

Auch eine ethische Frage

Studienautor Christian Pladerer vom Österreichischen Ökologie-Institut betont: „Jedes Kilogramm Lebensmittel, das nicht als Abfall entsorgt werden muss, zählt! Vermeidung von Lebensmittelabfällen ist nicht nur aus ökologischen Gründen des Umwelt- und Klimaschutzes wichtig sondern auch eine ethische Frage.“

Die Studie zur „Abfallvermeidung in der österreichischen Lebensmittelproduktion“ führte das Österreichische Ökologie-Institut durch in Kooperation mit FH Wiener Neustadt GmbH Campus Wieselburg, Lebensmittel-Cluster Oberösterreich, Lebensmittel Cluster Niederösterreich und pulswerk GmbH, finanziert von der Abfallvermeidungsförderung der Sammel- und Verwertungssysteme, mit Unterstützung von Reclay UFH.

Sie steht zum Download unter ecology.at zur Verfügung.

Quelle: APA-OTS