Freiwilliges Programm greift: Signifikante Reduzierung bei Bleiexposition

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Quelle: WirtschaftsVereinigung Metalle

Berlin — Die Industrie bemüht sich um eine stetige Reduzierung der Bleiexposition. Denn wer mit Blei arbeitet, setzt sich dem Stoff zwangsläufig aus. Das Ausmaß dieser sogenannten Bleiexposition ist durch strenge Arbeitsschutzmaßnahmen begrenzt und durch die Ermittlung von Blutbleiwerten gut kontrollierbar. Der Internationale Bleiverband (ILA) hat hierzu bereits 2013 mit seinen Mitgliedsunternehmen ein freiwilliges Programm auf den Weg gebracht. Die aktuellen Ergebnisse zeigen, dass dass das Programm zur Reduzierung von arbeitsbedingten Expositionen gegenüber Blei greift und sich die Blutbleiwerte durch die Maßnahmen signifikant reduziert haben.

Der derzeitige Grenzwert für Blei im Blut liegt in Deutschland für Männer bei 40 Mikrogramm  Blei pro Deziliter Blut (40 µg Blei/dl). Das ILA-Programm hatte mit 30 µg Blei/dL ein deutlich darunter liegendes Ziel. Seit Beginn des Programms 2013 ist es gelungen, die Blutbleiwerte von rund 65 % der Mitarbeiter, deutlich über die gesetzliche Vorgabe hinaus, zu reduzieren. „Die signifikante Reduzierung demonstriert die Entschlossenheit, mit der die Verringerung der Bleibelastung für die Mitarbeiter über die gesetzlichen Vorgaben hinaus verfolgt wird“, betont Dr. Martin Wieske, Experte für Arbeits- und Gesundheitsschutz, bei der WirtschaftsVereinigung Metalle (WVMetalle). Die WVMetalle unterstützt die deutsche Bleierzeugende und Bleiverarbeitende Industrie auf diesem Weg und ist darüber hinaus aktiv in den Prozess der Grenzwertsetzung auch für Blei auf nationaler und europäischer Ebene eingebunden.

Die ILA vertritt europäische und nordamerikanische Unternehmen aus den Bereichen Bleiabbau, -schmelze, -raffination und -recycling. Gemeinsam mit Eurobat (Association of European Automotive and Industrial Battery Manufacturers) und BCI (Battery Council International in the USA) hat die ILA sich auf einen noch niedrigeren Wert verständigt: Kein Arbeitnehmer soll einen Blutbleiwert von 20 µg Blei/dL überschreiten. Dieses Ziel soll bis Ende 2025 erreicht werden. „Das 20 µg Blei/dL-Ziel zeigt, wie sehr sich die gesamte europäische Industrie proaktiv und vor dem Hintergrund kommender niedrigerer Blutbleigrenzwerte um den Arbeits- und Gesundheitsschutz bemüht“, betont Dr. Wieske. Als Meilenstein soll bis 2019 ein Wert von 25 µg Blei/dL erreicht werden.

Die WVMetalle unterstützt ILA und Eurobat in Europa bei der Erreichung der neuen ambitionierten Ziele in Europa. Vor dem Hintergrund der anstehenden Aktualisierung der nationalen Technischen Regel für Blei (TRGS 505) wird sich die WVMetalle aktiv an der Beschreibung des Standes der Technik bei Tätigkeiten mit Blei einbringen und ‎damit das übergeordnete Ziel des Gesundheitsschutzes der Mitarbeiter erneut und praxisgerecht weiter vorantreiben.

Quelle: WirtschaftsVereinigung Metalle (WVMetalle)