Einsatz alternativer Brennstoffe: Österreichs Zementindustrie an der Spitze

772
Zementwerk (Foto: ©Marc-Tollas /http://www.pixelio.de)

Wien — Die Erfolgsstrategie der österreichischen Zementindustrie zum Schutz der natürlichen Rohstoffe und des Klimas bestand und besteht weiterhin darin, fossile Energieträger und Primärrohstoffe zu ersetzen und den Anteil des Zementklinkers zu minimieren. Bei den verwendeten Ersatzstoffen handelt es sich um Abfälle bzw. um Nebenprodukte und Reststoffe anderer Industriezweige. 2016 gelangten ca. 2,2 Mio. Tonnen solcher alternativen Roh- und Brennstoffe zur Verwertung, pro Tonne Zement waren es rund 461 Kilogramm.

2016 setzte die österreichische Zementindustrie 628.000 Tonnen Sekundärrohstoffe eingesetzt. Limitierende Faktoren sind, dass die Ersatzrohstoffe den exakten chemisch-mineralischen Anforderungen entsprechen müssen, die zur Klinkerherstellung notwendig sind. Darüber hinaus müssen strenge rechtliche Vorgaben eingehalten werden. Dazu kommt, dass der Transport aufgrund der damit verbundenen Kosten und Emissionen nur bis zu einer bestimmten Distanz zu rechtfertigen ist. An den einzelnen Standorten werden daher unterschiedliche, den lokalen Rahmenbedingungen angepasste Lösungen verfolgt.

Österreich konnte den Anteil alternativer Brennstoffe am thermischen Gesamtenergieeinsatz seit 2007 (46,13 Prozent) Jahr für Jahr steigern; er betrug 2016 bereits 78,28 Prozent. Das ist nicht nur der bisherige Höchstwert in Österreich, auch weltweit ist Österreich beim Einsatz von Ersatzbrennstoffen Vorreiter.

Der EU28-Durchschnitt für Ersatzbrennstoffe-Anteile am thermischen Energieeinsatz beträgt 41 Prozent; darüber liegen das Vereinigte Königreich mit 49 Prozent, Polen mit 52 Prozent, Tschechien mit 62 Prozent und Deutschland mit 65 Prozent. Insgesamt werden global nur 16 Prozent an Ersatzbrennstoffen in der Zementherstellung eingesetzt. Die USA, Italien, Thailand und Kanada liegen darunter; das Schlusslicht bildet Indien mit 3 Prozent Anteil.

Weitere Details sind dem Nachhaltigkeitsbericht 2016 der österreichischen Zementindustrie unter zement.at zu entnehmen.

Quelle: Vereinigung der Österreichischen Zementindustrie (VÖZ)