USA: Außerhalb EU wichtigster Absatzmarkt für deutsche Abfall- und Recyclingtechnik

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Der kettenmobile Splitter® X2 mit einzigartiger Siebdeckform (Quelle: Doppstadt)

Frankfurt am Main — Die USA sind der größte Absatzmarkt für deutsche Maschinenbauexporte. Im Jahr 2016 wurden Maschinen und Anlagen „Made in Germany“ im Wert von 16,3 Milliarden Euro in die Vereinigten Staaten geliefert. In der Abfall- und Recyclingtechnik machten Lieferungen in die USA knapp 17 Prozent aus. Somit sind die USA auch für diesen Fachzweig des Maschinenbaus der wichtigste Absatzmarkt außerhalb der EU.

Die abfallwirtschaftlichen Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: 254 Millionen Tonnen Siedlungsabfall pro Jahr fallen in den USA an. Das entspricht knapp 730 Kilogramm pro Einwohner – mit nach wie vor steigender Tendenz.

Während der letzten Legislaturperiode hat sich das Umweltbewusstsein in einer der größten Volkswirtschaften dieser Welt in seinen Grundfesten nachhaltig geändert. Vor zehn Jahren galt in den USA noch Leitspruch: „Wir benötigen keine Aufbereitung von Sekundärrohstoffen, solange wir genügend Platz für die Deponierung haben.“ Doch „nun entsteht eine neue Kultur, die unter Berücksichtigung der nachhaltigen Nutzung von Rohstoffen eine Wiederverwertung in den Vordergrund rücken lässt“, erläuterte Franz Heiringhoff, Vorsitzender des VDMA-Fachverbandes Abfall- und Recyclingtechnik und Beirat der Steinert Gruppe aus Köln, im Rahmen einer VDMA-Informationsveranstaltung zum US-Abfallmarkt am 4. Juli.

Nach Einschätzung von Industrieexperten wird die momentane Beseitigungsquote von mehr als 50 Prozent in Zukunft weiter sinken. „Deponierung und Verbrennung waren in der Vergangenheit in den USA hoch im Kurs“, sagte Naemi Denz, Geschäftsführerin des VDMA-Abfall- und Recyclingtechnik. „Wir sehen einen deutlichen Trend hin zu mehr Abfalltrennung und Recycling, auch getrieben von privaten Initiativen wie dem Closed Loop Fund oder auch großen Unternehmen wie Google.“

Wer den Abfallwirtschaftsmarkt in den USA vor Ort besser kennenlernen möchte, kann das im Rahmen der International Circular Economy Conference and Exhibition am 7. und 8. November 2017 in Santa Clara tun. Weitere Informationen sind unter ice-con.com erhältlich.

Quelle: Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e. V.