„Rund geht`s“: Österreichs Abfallwirtschaft startete neue Recycling-Initiative

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Quelle: Österreichischer Wasser- und Abfallwirtschaftsverband (ÖWAV)

Wien — Österreich will die Bedeutung von Sekundärrohstoffen aufzeigen und entsprechende Projekte fördern. Deshalb startete kürzlich in Linz die österreichischen Abfallwirtschaft eine neue Initiative pro Kreislaufwirtschaft unter dem Titel „Rund geht’s“. Die Kampagne, an der sich unter anderen das BMLFUW, der ÖWAV, die Bundesländer und die Abfallverbände beteiligen, soll veranschaulichen, dass es in der Abfallwirtschaft längst nicht mehr nur darum geht, Müll zu beseitigen: Vielmehr sind Recycling und Sekundärrohstoffgewinnung mehr denn je gefragt.

Die Kampagne will die vielfältigen Möglichkeiten und Wege vor den Vorhang holen, wie aus vermeintlichen Abfällen neue und innovative Produkte entstehen. Dass aus Biomüll Kompost gemacht wird oder aus Altpapier neue Papierprodukte entstehen, ist in der Bevölkerung weitgehend bekannt. Doch nur wenige Menschen wissen, dass man aus Altreifen Gummimatten herstellen kann oder aus Bestandteilen von Elektroaltgeräten Schmuck.

Vorbildhaft ist das Recycling heute bereits bei Kühlschränken – das UFH hat hier eine Vorreiterrolle inne. Die UFH RE-cycling betreibt im niederösterreichischen Kematen/Ybbs seit 2009 die modernste Kühlgeräte-Recycling-Anlage Europas. Aus den Kühlgeräten werden wertvolle Sekundärrohstoffe gewonnen, die in weiterer Folge zu rund 95 Prozent stofflich verwertet werden.

Weniger erfreulich verlief die Suche nach „Sekundärrohstoffquellen“ zuletzt bei Altfahrzeugen, wie Karl-Heinz Gratz, Obmann der WKOÖ-Fachgruppe Entsorgungs- und Ressourcenmanagement, bei der Präsentation der Kampagne ausführte. Die Verwertungsquoten bei Altautos seien zwar top – speziell Oberösterreich liegt hier laut Gratz mit 97,7 Prozent im europäischen Spitzenfeld. Die Zahl der Fahrzeuge, die in Gesamt-Österreich im Shredder verwertet werden, sank jedoch im Zeitraum 2004 (knapp 100.000) bis 2016 (48.077) deutlich, wobei in Österreich jährlich rund 250.000 Kraftfahrzeuge ausgeschieden werden. Von neuen Bestimmungen im Abfallwirtschaftsgesetz erwartet sich die Branche neue Impulse, um die „vermissten“ 80 Prozent der Altfahrzeuge als Sekundärrohstoffquellen im Inland nutzen zu können.

Quelle: UFH Holding GmbH