IKB: Rohstahl- und Aluminiumproduktion legten zu, Raffinadeproduktion stagniert

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Kupfermine (Foto: © Rainer Gräser / http://www.pixelio.de)

Düsseldorf — Innerhalb des breiten Spektrums der Metallpreise gab es teilweise sehr divergierende Entwicklungen, welche von Rückgängen bei Stahl bis zu kräftigen Preisanstiegen z. B. bedingt durch Lieferschwierigkeiten – auch infolge geopolitischer Probleme – bei Kobalt reichte. Der Goldpreis konnte jedoch nicht von den neuen geopolitischen Turbulenzen profitieren und blieb verhalten in seiner Entwicklung, meldet die IKB Deutsche Industriebank.

Bis Ende Mai 2017 legte die globale Rohstahlproduktion um 4,7 Prozent zu. In Deutschland stieg die Produktion um 2,3 Prozent und in der EU um 4,1Prozent. Für 2017 sieht die IKB weltweit einen Anstieg um bis zu 3 Prozent. Die Schrottpreise gaben im Juni um bis zu 15 € je Tonne nach, da die Exporte u. a. auch in die Türkei und nach Italien geringer ausfielen. Die Eisenerzpreise sanken im Monatsmittel um rund 4,50 US-$ je t, Kokskohle verbilligte sich um 27 US-$ je Tonne. Infolge der geringeren Vormaterialpreise sanken in Europa die Preise für Flachprodukte zwischen 3,5 Prozent und 5 Prozent, Walzdraht verbilligte sich um 1,5 Prozent. In der Tendenz gehen bis Ende September 2017 die Stahlpreise weiter seitwärts, einige Güten tendieren leicht rückläufig. Schrott bewegt sich im Juli seitwärts bis maximal leicht sinkend.

Bis Ende Mai 2017 zog die globale Primäraluminiumproduktion um 6 Prozent an, in China legte sie um 11Prozent zu. Dagegen sank die Produktion in Nordamerika um 4 Prozent. Für das Gesamtjahr erwartet die IKB daher eine weltweite Primäraluminiumproduktion von 59 bis 60 Mio. t. Die Lagerbestände an der LME reduzierten sich weiter auf 1,41 Mio. t, diejenigen der SHFE betragen nun 432.000 t. Die investive Nachfrage ging im Juni um 4 Prozent im Vergleich zum Vormonatsniveau zurück. Insgesamt ist immer noch ein hohes Versorgungsniveau gegeben. Tendenziell bewegen sich die Primäraluminiumpreise bis September 2017 weiter um die Marke von 1.900 US-$ je Tonne mit einem Band von 200 US-$; die Preise von Recyclingaluminium oszillieren um 1.650 US-$ je Tonne.

Im ersten Quartal 2017 sank die Weltkupferminenproduktion zum Teil streikbedingt um 3,5 Prozent, die Raffinadeproduktion verharrte auf Vorjahresniveau. Der Verbrauch reduzierte sich dagegen um rund 2 Prozent. Es ergab sich bisher ein Angebotsüberschuss von 164.000 t, welcher jedoch abschmelzen dürfte, zumal es momentan streikbedingte Produktionsausfälle in Indonesien gibt. Die Lagervorräte an der LME sanken Ende Juni 2017 auf rund 250.000 t ab; diejenigen an der SHFE reduzierten sich auf 177.000 t. Die investive Nachfrage verdoppelte sich jedoch im Juni. In der Tendenz prognostiziert die IKB für die Kupfernotierung bis Ende September 2017 eine Bewegung in einem Band von 400 US-$ um die Marke von 5.900 US-$ je Tonne.

Quelle: IKB Deutsche Industriebank