Erfolgreiches Projekt: Empa unterstützt Kolumbien beim E-Waste-Recycling

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Sortierung von Kunststoffen aus Elektronikgeräten in Kolumbien (Foto: Empa)

Dübendorf, St. Gallen, Thun / Schweiz — Seit 2009 unterstützt die Empa in Kolumbien im Auftrag des Staatssekretariats für Wirtschaft SECO den Aufbau von nachhaltigen Rücknahme- und Recyclingsystemen für Elektronikschrott. Jetzt würdigten der Schweizer Botschafter, Kurt Kunz, und der Vize-Umweltminister von Kolumbien, Carlos Alberto Lopez Bogotero, die Resultate der Zusammenarbeit.

In Kolumbien werden jährlich rund 250.000 Tonnen Elektro- und Elektronikschrott produziert. Schrott, der fachgerecht entsorgt werden sollte. Dies ist in den meisten Ländern Südamerikas sowie in anderen Entwicklungs- und Schwellenländern nicht die Regel. Da Elektroschrott wertvolle Materialien enthält, die wiederverwendet werden können, werden die ausgedienten Elektrogeräte vielerorts mit einfachsten Mitteln wie Hammer, Zange oder Säurebad bearbeitet. Dank dem vom SECO initiierten und von der Empa geleiteten Programm „Sustainable Recycling Industries“ nimmt Kolumbien nun im Recycling von Elektroschrott in Südamerika eine Vorreiterrolle ein.

Seit 1998 unterstützt die Empa SECO-Projekte im Bereich der wirtschaftlichen Entwicklungszusammenarbeit als wissenschaftlich-technisches Referenzzentrum. Das SECO möchte mit seinem Engagement in den Partnerländern ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum fördern. Dabei sollen alle Bevölkerungsgruppen und -schichten am Wachstum teilhaben können. In Kolumbien begann die Zusammenarbeit beim Recycling von Elektroschrott 2009. Zusammen mit öffentlichen Partnern wie dem kolumbianischen Umweltministerium und privaten Partnern wie dem nationalen Industrieverband (Andi) wurden die rechtlichen, organisatorischen und technischen Grundlagen erarbeitet, um Rücknahme- und Recyclingsysteme für ausgediente Elektrogeräte aufzubauen. Dies bietet ökologische, ökonomische und soziale Vorteile für das ganze Land.

Es schafft nicht nur Arbeitsplätze und generiert ökonomische Aktivitäten – unter anderem, weil die wiederverwendbaren Stoffe effizienter entnommen werden können und so die Prozesse wirtschaftlicher machen. Sondern es entlastet auch die Umwelt von den Folgen unsachgemässen Recyclings und unkontrollierter Beseitigung. „Die Implementierung eines Rücknahmesystems für Elektroschrott ist ein Projekt, bei dem es eigentlich nur Gewinner gibt“, betont Heinz Böni von der Empa-Abteilung „Technologie und Gesellschaft“.

In Kolumbien wurden u.a. auch Berufsschullehrer geschult, um Lehrlinge für diesen neu entstehenden Wirtschaftssektor auszubilden. „Vorbild dazu war das duale Bildungssystem der Schweiz“, erklärt Böni. Die Empa hat jahrelange Erfahrung in der Forschung und im Umgang mit Elektro- und Elektronikschrott. Die von Böni geleitete Gruppe bringt darüber hinaus auch grosse Erfahrung in der Entwicklungszusammenarbeit mit. Parallel zum Projekt in Kolumbien wurde ein ähnliches Projekt in Peru unterstützt. In beiden Projekten arbeitete die Empa mit der „World Resources Forum Association“ (WRFA) zusammen, die ihren Sitz in St. Gallen hat und aus der Empa hervorgegangen ist. In Ghana, Indien und Ägypten sind Projekte im Aufbau.

Quelle: Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) / Bundesrat