Innovationen als Chance und wichtiger Beitrag für Ressourcenmanagement

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VOEB-Jahrestagung in Kitzbühel (Foto: VOEB)

Wien/Kitzbühel — Der VOEB (Verband österreichischer Entsorgungsbetriebe) hat vergangene Woche seine Jahrestagung in Kitzbühel abgehalten. Zwei Tage lang haben sich rund 200 Mitglieder in hochkarätig besetzten Diskussions- und Vortrags-Panels über den Wandel der Branche hin zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor ausgetauscht. Aufgrund des 35-Jährigen Bestehens der Interessensvertretung der Entsorgungswirtschaft stand die Tagung unter dem Motto: „35 Jahre VOEB – Vom Hygienefaktor zum Innovationsmotor“.

Präsident Hans Roth für betonte, dass die österreichische Entsorgungswirtschaft seit Jahren wesentliche Akzente Bereich Forschung und Entwicklung mit innovativem Ressourcenmanagement und hochwertigen Verwertungsverfahren setzt. „Nur durch Innovation und große Investitionen war es möglich, dass sich die Entsorgungsbranche in den letzten Jahrzehnten zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor entwickelt hat“, so Roth. „Wie wir mit Innovationen umgehen, welch Leistungen die Branche erbringt, darauf können wir unheimlich stolz sein. All unseren Unternehmungen im VOEB gebühren daher großer Dank und Anerkennung.“

Roth weiter: „Die Entsorgungswirtschaft ist die größte Umweltschutzorganisation. Sie stellt das mit zukunftsgerichteten Investitionen in Forschung und Entwicklung, Technologie und Innovationen seit mittlerweile 35 Jahren unter Beweis. Davon profitieren nicht nur unsere Kunden, sondern auch die Umwelt. Indem wir täglich daran arbeiten, Abfälle zu recyceln um die gewonnenen Rohstoffe in den Stoffkreislauf zurückzuführen, tragen wir in unserer gesellschaftlichen Verantwortung zum Erhalt unserer wertvollen Ressourcen bei. Wir sollten weiterhin mutig bleiben und nach vorne denken. Zwar können wir als VOEB nicht alleine die Welt verändern, aber wir können ein Zeichen setzen.“

WKO-Vizepräsidentin Ulrike Rabmer-Koller, die gemeinsam mit Präsident Roth die Eröffnung der Jahrestagung vornahm sowie Auszeichnungen verlieh, bezeichnete die Entsorgungswirtschaft als „dynamische Branche“, der die österreichische Wirtschaft und die Umwelt aufgrund zahlreicher und wichtiger Investitionen und Innovationen viel zu verdanken habe. Diese Dynamik gelte es zu bewahren auch deshalb, damit Österreich ein Land mit hohem Umweltschutzgedanken bleibe.

Keynote-Speaker der VOEB-Jahrestagung war Ali Mahlodji, der Gründer von Watchado. Watchado ist der europäische Marktführer für Storytelling und Recruiting und wurde international mit 20 Awards ausgezeichnet. Mahlodji, ein ehemaliger Flüchtling und Schulabbrecher sprach vor den VOEB-Mitgliedern über „Menschen und ihr Potential“. Es gehe darum Mut zu haben, an sein eigenes Potential zu glauben, Problemlösungen zu finden, wo andere noch die Blinden seien und Menschen zu helfen, ihre Zukunft selbst zu bewältigen. Ein Tipp ans Auditorium von Ali Mahlodji: „Schreiben Sie Ihren eigenen Nachruf, dann wissen Sie, warum Sie geboren wurden.“

Überraschungsgast war der Kärntner Hans Wenzl, der im vergangenen Mai den Mount Everest ohne Sauerstoffflasche bestiegen hat. Es war noch dazu sein bereits achter Achttausender. Der 46-Jährige hat während der gesamten Expedition Müll gesammelt und konnte berichten, dass durch gezielte Aufklärung der Umweltschutzgedanke auch schon bei der einheimischen Bevölkerung angekommen ist. „Außerdem findet man ab einer gewissen Höhe kaum Müll, was sehr erfreulich ist“, so Wenzl.

Den Abschluss der Jahrestagung bildetet eine Podiumsdiskussion, in der Vertreter aus Wirtschaft und Politik über das Thema „Innovation im Verhältnis Staat vs. privat“ diskutierten. Herwart Wilms, Geschäftsführer von REMONDIS, einem der weltweit größten Dienstleister für Recycling, Service und Wasser, betonte, dass Müllvermeidung bedeute, ressourcenschonend zu arbeiten. Er plädierte dafür, dass in einer entwickelten Gesellschaft Produkte so hergestellt werden müssten, dass diese recyclebar seien. „Wenn wir nach vorne kommen wollen, müssen wir Konstruktion und Recycling nach vorne bringen.“

Nationalratsabgeordneter Johann Höfinger (ÖVP) betonte, dass es in der Vergangenheit gut gelungen sei, viele Fragen partnerschaftlich zu lösen. Die Kunst sei, „wie kombiniere ich Staat und privat, damit am Ende das Beste herauskommt.“ Nationalratsabgeordneter Georg Willi (Die Grünen) ergänzte, dass es wichtig sei, dass beide – sowohl der Staat, als auch die Wirtschaft – in diesem Prozess ‚lernende Systeme’ sein dürfen. Er sieht auch im Bereich der Entsorgungswirtschaft einen notwendigen und gesunden Wettbewerb, der die Chance der Weiterentwicklung bietet. Für Tirols Wirtschaftsbundobmann Franz Hörl ist die Politik jener Part, der die Ziele vorgibt und notwendige Rahmenbedingungen schafft, die Wirtschaft müsse die entsprechenden Maßnahmen setzen. Der Entsorgungsbranche gelänge es jedenfalls, mit vielen innovativen Ideen, viel herauszuholen.

Quelle: VÖEB Verband Österreichischer Entsorgungsbetriebe