PVC-Industrie für nachhaltigeres Management von Abfällen

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Foto: PolyComply Hoechst GmbH

Mit der freiwilligen Selbstverpflichtung VinylPlus der europäischen PVC-Industrie hat sich diese zu mehr Nachhaltigkeit auf allen Ebenen der Nutzung verpflichtet: Neben dem Hauptziel des Recyclings von 800.000 Tonnen PVC-Abfällen pro Jahr in 2020, wurden auch Ziele zur Steigerung der Energieeffizienz und zur nachhaltigen Nutzung von Zusatzstoffen bei der Herstellung definiert.

Wenig bekannt sind bisher die konkreten Aktivitäten der Hersteller von Produkten aus PVC – zum Beispiel im Bereich von Kunstleder und vergleichbaren Produkten, die unter anderem für die Gestaltung des Innenraums von Autos genutzt werden. Randstreifen aus der Herstellung dieser und anderer mit PVC beschichteten Polyester-Gewebe werden durch die Hersteller gesammelt und anschließend einer Verwertung zugeführt. Dadurch wird nicht nur die Herstellung neuer Produkte ermöglicht, sondern auch das Klima geschont, da das Material nicht der Abfallverbrennung zugeführt wird.

Nach der Abholung der Abfälle und Lieferung an den Recycler werden die Randstreifen zu wenigen Centimeter großen Stücken zerkleinert und anschließend in einem mehrstufigen Prozess durch Erhitzen und Verpressen zu großformatigen Platten verarbeitet. Deren Einsatzgebiet ist vielfältig: Von der Nutzung beim Bau von Reitplätzen, wo die Platten unter anderem dafür sorgen, dass Reitplätze auch bei Regen nutzbar bleiben, bis zum Einsatz in Gewächshäusern zur optimalen Bewässerung der Pflanzen. Besonders der Einsatz im Reitsport ist verbreitet und so wurde unter anderem das Springreit-Turnier Longines CSI in St. Moritz im Jahr 2016 mit entsprechenden Matten ausgestattet.

Beim 81. Internationalen Wiesbadener Pfingstturnier vom 02.06.2017 bis 05.06.2017, bei dem unter anderem Wettbewerbe der Dressur-, Spring- und Vielseitigkeitsreiter stattfanden, wurden vergleichbare Reitplatzmatten für alle Flächen genutzt, auf denen sich die Tiere bewegten. Insgesamt wurden 7.500 m2 verlegt, die anschließend mit Sand bedeckt werden und so dafür sorgen, dass der Untergrund im Schlosspark nicht geschädigt wird und die Reiter auch bei schlechtem Wetter auf sicherem Untergrund unterwegs sind. Jede der knapp einen Quadratmeter großen Platten bringt es auf ein Gewicht von etwa 37 kg und kann über viele Jahre hinweg genutzt werden. Nach dem Ende des Turniers wird der Sand abgeschoben und anschließend erfolgt eine Reinigung mittels Kehrmaschine, bevor die knapp 300 Tonnen an Reitplatzmatten für das nächste Event eingelagert werden. Durch ihre Langlebigkeit und Robustheit stellen sie die ideale Grundlage für alle Arten von Reitplätzen dar, bieten aber beispielsweise auch die Möglichkeit zum Einsatz in Festzelten oder Gewächshäusern.

Quelle: PolyComply Hoechst GmbH / Lukas Röhn