AVAG-Geschäftsbericht 2016: Das Unternehmen lag strategisch richtig

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Quelle: AVAG-Gruppe

Thun, Schweiz — Im 2012 übertraf die AVAG-Gruppe mit einem Nettoertrag von CHF 51,9 Mio. erstmals die 50-Millionen-Umsatzgrenze. 2014 übertraf der Cash–Flow mit CHF 20,6 Mio. sämtliche Vorjahreswerte. Und nun, im Berichtsjahr 2016, kann die AVAG gar drei Rekorde vermelden: einen absoluten Höchstwert bei den angelieferten Abfallmengen über 323 000 t (2015: 261 000 t), einen Nettoertrag über CHF 54,4 Mio. (2015: CHF 53,2 Mio.) sowie einen Cash–Flow von CHF 22,2 Mio. (2015: CHF 20,3 Mio.).

Die Mengenentwicklung der Recyclinggüter verlief im Geschäftsjahr 2016 zufriedenstellend. Die Anfang 2015 bei den meisten Fraktionen erlittenen Rückschläge bei den Vergütungen bzw. der Erhöhung der Entsorgungspreise konnten aber nicht kompensiert werden.

Abfallmengen bei Papier und Glas gesteigert, Einbussen bei Metall und Kunststoff

Die gesammelte und der stofflichen Verwertung zugeführte Menge an elektrischen und elektronischen Geräten wurde im Berichtsjahr erneut gesteigert. Die Mengen an separat gesammeltem Papier und Papier/Karton gemischt konnten auf dem Vorjahresniveau gehalten werden, dies trotz der fortschreitenden Digitalisierung und dem dadurch veränderten Konsumverhalten. Im Bereich Karton konnte sogar eine leichte Zunahme der Sammelmengen verzeichnet werden. Die Entsorgung von Glas via AVAG erfreute sich nach wie vor grosser Beliebtheit: So wurde die dem stofflichen Recycling zugeführte Menge erneut gesteigert.

Im Bereich Metall war von den erwähnten Massnahmen im 2015 stark betroffen. Die Vergütungen sanken auf ein Rekordtief; eine wesentliche Erholung der Situation traf auch im 2016 nicht ein. Die teils fehlenden Absatzkanäle und die damit verbundenen stark sinkenden Vergütungen führten dazu, dass die separate Sammlung und die stoffliche Verwertung von Kunststoffabfällen aus Gewerbe und Industrie sowie der Landwirtschaft an Attraktivität einbüsste. Dies führte zu einem geringfügigen Rückgang der gesammelten Menge. Auch hier ist eine Besserung der Situation wegen den nach wie vor tiefen Preisen bei den Primärrohstoffen nicht zu erwarten.

KVA Thurn erneut überdurchschnittlich produktiv

Für die Müllverbrennungsanlage (KVA) Thun war auch 2016 ein erfolgreiches Jahr. Bis auf die geplante Revisionsstillstandzeit konnte der Betrieb wiederum störungsfrei und somit bei rund 95,0 Prozent Verfügbarkeit aufrechterhalten werden. Es resultierte erneut eine überdurchschnittliche Produktionszeit von über 8.300 Betriebsstunden. Im Berichtsjahr konnte die thermisch verwertete Abfallmenge in der KVA Thun mit 124.831 t erneut auf hohem Vorjahresniveau gehalten werden. Der geringe Rückgang ist auf einen leichten Anstieg des Heizwertes in den Abfällen (+1,5 Prozent) und auf einen geringfügig längeren Revisionsstillstand (+47 Stunden) zurückzuführen. Die in der KVA verarbeitete Klärschlammmenge-Trockensubstanz konnte mit 4304 t (+0,7 Prozent) ebenfalls auf Vorjahresniveau gehalten werden.

Die KVA Thun lieferte bis anhin negative und positive Tertiärregelleistung. In einer Zusammenarbeit zwischen BKW, AVAG und Siemens wurde erstmalig in der Schweiz eine KVA für die Erbringung von Sekundärregelleistung präqualifiziert. Dafür musste die Anlage vorab einen Präqualifikationstest durchlau- fen, der aufzeigen sollte, dass die Anlage mit geringster Verzögerung auf ein von Swissgrid vorgegebenes Signal reagieren kann. Zudem musste die Anlage im Testverfahren unter Beweis stellen, dass die Verfügbarkeit, Sicherheit und Verbrennungskapazität dadurch nicht beeinträchtigt werden. Um die hohen Anforderungen der Sekundärregelleistung erfüllen zu können, musste die Turbinensteuerung angepasst werden.

Trotz schwieriger Umfeld- und Rahmenbedingungen

Insgesamt, so Dr. Beat Brechbühl, Präsident des Verwaltungsrats, würden die Tatsachen belegen, „dass die Unternehmung strategisch richtig lag und ihren Leistungsauftrag effizient erfüllte. Und da hiess es doch über die letzten Jahre hinweg immer wieder: Vorsicht, die mittelfristigen Umfeld- und Rahmenbedingungen sind schwierig einzuschätzen, die Wettbewerbsbedingungen in fast allen Geschäftsbereichen hart, der Absatzmarkt volatil und die Preistendenzen praktisch generell nach unten weisend.“

Der AVAG-Geschäftsbericht 2016 kann von avag.ch heruntergeladen werden.

Quelle: AVAG-Gruppe