HDE meldet ein Drittel weniger Kunststofftüten in Deutschland

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Plastiktüten (Foto: © Erwin Lorenzen/ http://www.pixelio.de)

Berlin — Die Vereinbarung zwischen dem Bundesumweltministerium und dem Handelsverband Deutschland (HDE) über die Einführung einer Bezahlpflicht für Kunststofftragetaschen zeigt Wirkung. Die Deutschen verbrauchten 2016 ein Drittel weniger Tüten als im Jahr zuvor. Für leichte Tragetaschen hat der deutsche Handel bereits das europäische Ziel für 2025 erreicht. Das verdeutlichen aktuelle Zahlen der Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung (GVM).

Laut GVM verringerte sich 2016 der Tütenverbrauch im Vergleich zum Vorjahr um zwei Milliarden Stück auf 3,6 Milliarden Tüten. Das entspricht einem Pro-Kopf-Konsum von 45 Tüten (2015: 68). Damit ging der Verbrauch von Kunststofftragetaschen hierzulande seit Einführung einer freiwilligen Bezahlpflicht im Einzelhandel um ein Drittel zurück.

Der südpfälzische Bundestagsabgeordnete Dr. Thomas Gebhart kommentierte: „Bereits vor zwei Jahren hatte ich gegenüber dem Handelsverband diese Selbstverpflichtung angeregt. Damit konnte eine aufwändige und bürokratische gesetzliche Lösung verhindert werden. Ich freue mich sehr, dass der Verbrauch von umweltschädlichen Plastiktüten in Deutschland so stark gesunken ist. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Damit ist das EU-Ziel des Kunststofftüten-Verbrauchs für 2025 so gut wie erfüllt. Natürlich müssen wir im Sinne der Umwelt daran arbeiten, Kunststofftüten weiter zu reduzieren.“

„Die Reduzierungseffekte durch bezahlpflichtige Tüten waren vor allem im Textileinzelhandel massiv. Modehändler berichten von rückläufigen Umsätzen zwischen 50 bis 80 Prozent“, erklärt HDE-Sprecher Kai Falk. Auch verzichteten inzwischen Unternehmen verschiedener Branchen komplett auf Einwegtragetaschen aus Kunststoff und böten Mehrwegtaschen an.

Der Pro-Kopf-Verbrauch von Kunststofftüten mit einer Wandstärke unter 50 Mikromillimeter sieht eine EU-Richtlinie für 2019 einen Grenzwert von 90, für 2025 von 40 Tragetaschen pro Einwohner vorsieht. Dder Verbrauch konnte im vergangenen Jahr auf 38 Stück pro Kopf abgesenkt werden. Kai Falk: „Die GVM-Zahlen zeigen, dass der deutsche Handel bereits heute das europäische Ziel für 2025 erreicht hat.“

Mit der Vereinbarung zur Reduktion von Kunststofftragetaschen zwischen dem HDE und dem Bundesumweltministerium setzt Deutschland eine EU-Richtlinie um. In der Vereinbarung verpflichtet sich der HDE zur Verringerung der Zahl von leichten Kunststofftragetaschen bis 31. Dezember 2019 auf höchstens 90 und bis 31. Dezember 2025 auf höchstens 40 Kunststofftragetaschen pro Einwohner und Jahr. Die Handelsunternehmen können die Vorgaben entweder durch die Bepreisung der Tüten oder durch den völligen Verzicht auf Einwegtragetaschen umsetzen.

Quelle: Handelsverband Deutschland – HDE e.V.