2016/17: Sekundärrohstoff-Branche profitiert von freundlicher Konjunkturphase

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IFAT 2016 (Foto: Messe München GmbH)

Bonn – Das Wachstum der Sekundärrohstoff- und Recyclingbranche hat sich in 2016 auf 3 Prozent (2015: 2 Prozent) erhöht, wenngleich sich die Situation in den verschiedenen Segmenten durchaus unterschiedlich entwickelt hat. Die Erfassungsmengen konnten 2016 gegenüber dem Vorjahr über fast alle Sekundärrohstoffströme hinweg gesteigert werden. Für das laufende Jahr zeichnet sich ebenfalls wieder eine Steigerung ab.

Diese Entwicklung ist der positiven Konjunkturentwicklung in Deutschland geschuldet und wirkt sich auch auf die Umsätze der Unternehmen aus. Für das laufende Jahr 2017 rechnet der bvse daher mit einem Umsatzwachstum von rund 4 Prozent. Die in weiten Teilen immer noch robuste Verfassung der Unternehmen spiegelt sich in einer stabilen, wenn auch etwas schlechteren Eigenkapitalquote von 20 Prozent (2015: 22 Prozent) wider.

Sorge bereitet jedoch die sehr magere Investitionsquote, die sich mit 6 Prozent gegenüber 7 Prozent in 2015 verschlechtert hat. Mehr als Erhaltungsinvestitionen sind mit diesem Wert nicht zu stemmen. Die Branche hat unter dem Strich im letzten Jahr keine Arbeitsplätze abbauen müssen. Für das laufende Jahr rechnet der Recyclingverband damit, dass die Unternehmen wieder mehr einstellen (+ 2 Prozent).

Die Gesamtsituation stellte sich 2016 insgesamt wieder besser dar. So wird das abgelaufene Geschäftsjahr mit der Note 2,5 (gegenüber 3,0 in 2015) bewertet und auch für das laufende Jahr zeigen sich die Unternehmen positiv gestimmt. All diese Zahlen verdeutlichen, dass die Branche von einer freundlichen konjunkturellen Phase profitiert. Auch das Verpackungsgesetz könnte sich, zumindest für die Kunststoffrecyclingbranche, positiv auswirken. Allerdings fehlen nach wie vor die strukturellen Voraussetzungen, die nachhaltige Wachstumsimpulse und damit Investitionen freisetzen.

Quelle: bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V.