Mehr Ressourceneffizienz? Forschergruppe untersuchte Kaskadennutzung von Biomasse

550
Holzhackschnitzel (Foto: DEPI)

Dessau-Roßlau — Die Kaskadennutzung von Biomasse wird in zahlreichen umweltpolitischen Strategien und Programmen als wichtiges Element zur Steigerung der Ressourceneffizienz genannt. Der Begriff Kaskadennutzung war jedoch bislang unklar definiert. Eine Forschergruppe untersuchte, inwieweit das Thema von der Theorie in die Praxis umsetzbar ist und zur Steigerung der Ressourceneffizienz beitragen kann. Die Gruppe hat jetzt ihren Endbericht vorgelegt.

An „Biomassekaskaden. Mehr Ressourceneffizienz durch Kaskadennutzung von Biomasse – von der Theorie zur Praxis“ haben Forscher des ifeu – Institut für Energie- und Umweltforschung gGmbH, der nova-Institut GmbH, des IZES – Institut für Zukunftsenergiesysteme gGmbH sowie des Wuppertal Instituts mitgearbeitet. Sie entwickelten zunächst eine klare Definition des Begriffs der Kaskadennutzung und analysierten existierende Konzepte der Kaskadennutzung. Als relevante Felder der Kaskadennutzung werden der Holzsektor, der Papiersektor, der Textilsektor und der Kunststoffsektor identifiziert und Ökobilanzen jeweils in diesen vier Sektoren durchgeführt.

Die Ergebnisse zeigen deutliche Umweltvorteile für die Mehrzahl der untersuchten Kaskadenoptionen; es bedarf jedoch der Einzelfallbetrachtung. Ein Bewertungskonzept zur ersten Einschätzung möglicher Kaskadenansätze für Anwender wurde entwickelt, das der Einschätzung möglicher Kaskadenansätze zwar auf breiterer Ebene, jedoch auch mit geringerer Detaillierungstiefe dienen soll.

Zu den Projektergebnissen zählt die Erkenntnis, dass Kaskadennutzung nicht als eigenständige Politikstrategie etabliert, sondern vielmehr als „Prinzip“ zur Unterstützung übergreifender Politikziele und Strategien eingebunden werden sollte. Es werde daher ein Mix oder vielmehr ein Zusammenwirken von Strategien zum nachhaltigen Umgang mit Ressourcen benötigt.

Der Endbericht zu Biomassekaskaden kann unter umweltbundesamt.de heruntergeladen werden.

Quelle: Umweltbundesamt