ExtraPhos-Pilotanlage zur Phosphat-Rückgewinnung aus Klärschlamm eingeweiht

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ExtraPhos-Einweihung mit (v.l.) Dr. Harald Schaub (Budenheim), Dr. Ingrid Vollmer (IHK für Rheinhessen), Dr. Bernd Vogler (Chemieverbände Rheinland-Pfalz), Dr. Stefan Lihl (Budenheim), Eva Opitz (Budenheim) (Foto: Kilian Schwarz, Budenheim)

Budenheim — Der Chemiespezialist Budenheim hat mit dem ExtraPhos-Verfahren einen Weg gefunden, den Wertstoff Phosphor aus Klärschlamm wieder in den Wirtschaftskreislauf zurückzuführen. Nach knapp eineinhalbjähriger Bau- und gut dreijähriger Planungsphase wurde nun die ExtraPhos-Pilotanlage in Mainz-Mombach feierlich eingeweiht. Bei der Einweihung waren Umweltministerin Ulrike Höfken und der Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt, Dr. Heinrich Bottermann, zugegen.

Im ExtraPhos-Verfahren löst sich der Phosphor von den Klärschlamm-Partikeln über die Zugabe von Kohlenstoffdioxid und die dadurch bedingte Absenkung des pH-Werts im Schlamm. „Das wirklich Spannende am neuartigen Verfahren ist der geringe Einsatz an Hilfsmitteln. Das ExtraPhos-Verfahren funktioniert ohne zusätzliche Chemikalien oder den Einsatz thermischer Energie. Selbst das kurzfristig hinzugefügte Kohlenstoffdioxid kann rückgeführt werden und bleibt dem Prozesskreislauf erhalten“, verdeutlicht Eva Opitz, Projektleiterin bei Budenheim.

Der mobilisierte Phosphor wird in diesem neuartigen Verfahren mit Kalkmilch ausgefällt. Kläranlagen gewinnen so ein bioverfügbares Dicalciumphosphat, das in der Landwirtschaft als Düngemittel Einsatz findet und damit dem Stoffkreislauf erneut zur Verfügung steht.

„Phosphor ist für die Ernährungssicherheit einer wachsenden Weltbevölkerung unersetzlich. Doch weltweit nehmen die Phosphatvorkommen ab. Deshalb ist für eine nachhaltige Entwicklung eine Kreislaufschließung dringend erforderlich“, erklärt Bottermann. „Seit zehn Jahren fördert die DBU Projekte, die auf ganzheitlichem Wege umweltgerechte technologische Entwicklungen und Verfahren zur Kreislaufschließung von Phosphor vorantreiben. Dazu gehört auch, Phosphor aus Klärschlamm zurückzugewinnen und wieder für die Nutzung zur Verfügung zu stellen. Ich bin zuversichtlich, dass ein Teil der Lösung zur Schließung des Phosphorkreislaufes die ExtraPhos-Anlage liefern wird.“

Bei einem Import von rund 124.000 Tonnen Phosphor nach Deutschland könnten aufgrund der Rückgewinnungspotenziale etwa 60.000 Tonnen Phosphor recycelt werden, schätzt Höfken. „Somit ist das Verfahren nicht nur umweltfreundlich sondern auch ressourcenschonend“, urteilt die Umweltministerin.

Quelle: Chemische Fabrik Budenheim KG