„Mehrweg ist Klimaschutz“: Verbände-Allianz startet Verbraucherkampagne

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Quelle: Deutsche Umwelthilfe

Berlin — Das Getränke-Mehrwegsystem gerät in Deutschland durch den Vormarsch von Einwegflaschen immer weiter unter Druck. Angesichts des jährlichen Verbrauchs von mehr als 17 Milliarden Einweg-Plastikflaschen und 2,9 Milliarden Dosen seien politische Maßnahmen zum Schutz des Mehrwegsystems dringend nötig; die Mehrwegquote betrage nur noch 42 Prozent, kritisiert die Verbände-Allianz „Mehrweg ist Klimaschutz“.

Ziel der Initiative ist es, Kunden zu einem umweltbewussten Kauf von Mehrwegflaschen und zum Verzicht auf Getränkedosen und Einweg-Plastikflaschen zu bewegen. Das diesjährige Kampagnenmotiv zeigt eine Weltkugel mit Wäldern und Wolken, um dafür zu sensibilisieren, dass wir dafür verantwortlich sind, unserer nachfolgenden Generation eine lebenswerte Umwelt zu hinterlassen. Händler, Unternehmen, Abfallberater, Kommunen und gesellschaftliche Gruppen werden aufgerufen, das kostenlose Informationsmaterial zum ökologischen Getränkekauf zu nutzen und Verbraucher zu informieren.

Für eine selbstbestimmte Entscheidung am Verkaufsregal ist es notwendig, dass Verbraucher Mehrweg und Einweg eindeutig unterscheiden können. Deshalb hat die Bundesregierung im neuen Verpackungsgesetz eine Kennzeichnung am Verkaufsort in unmittelbarer Nähe zum Produkt festgelegt. Eine Kennzeichnung auf dem Produkt wäre im Vergleich zur Kennzeichnung am Regal nach Einschätzung der „Mehrweg-Allianz“ die deutlich wirksamere und auch effizientere Alternative gewesen.

Zudem werde es Discountern wie Aldi und Lidl, die ausschließlich auf Einweg setzen, durch die neue gesetzliche Regelung ermöglicht, mit nur einem einzigen Hinweisschild einen ganzen Supermarkt zu kennzeichnen. Wohingegen der Getränke-Einzelhandel mit seinem großen, vielfältigen Mehrweg- und ergänzenden Einwegsortiment deutlich höhere Kosten für die Kennzeichnung in den Märkten verkraften müsse. Dadurch werde eine verbraucherfreundliche Kennzeichnung von Getränkeverpackungen ausgehebelt und diejenigen finanziell zusätzlich belastet, die überwiegend Mehrweg anbieten.

Die DUH wird die Umsetzung der gesetzlichen Kennzeichnungsregelungen durch Testbesuche prüfen und sich für die Informationsrechte der Verbraucher stark machen. Falschen Hinweisen, zu klein geratenen, kaum lesbaren oder sogar versteckten Informationsschildern bei Discountern wird bereits im Vorfeld der Kampf angesagt.

Die Mehrweg-Allianz wird von Umwelt-, Verbraucher- und Wirtschaftsverbänden sowie über 5.000 Getränkehändlern, Brauereien, Mineralbrunnen und Fruchtsaftabfüllern unterstützt, namentlich der Deutschen Umwelthilfe e.V., der Stiftung Initiative Mehrweg, dem Bundesverband des Deutschen Getränkefachgroßhandels e.V., dem Verband Private Brauereien Deutschland e.V., dem Verband des Deutschen Getränke-Einzelhandels sowie der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten.

Links zu weiteren Informationsmaterialien der Kampagne „Mehrweg ist Klimaschutz“ sind unter duh.de(1) zu finden. Fakten zu Ökobilanz-Ergebnissen stehen unter duh.de(2) zur Verfügung.

Quelle: Deutsche Umwelthilfe e.V.