In Deutschland sind noch 35 Millionen Tonnen asbesthaltiges Material verbaut

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Asbest-Probenahme (Foto: © TÜV Rheinland 2016)

Mayen — Finger weg vom Asbestdach, warnen Experten. Wer mit Besen oder Hochdruckreiniger asbesthaltige Faserzementplatten säubern möchte, lebt nicht nur gefährlich, sondern macht sich sogar strafbar. Denn falls sich Fasern aus einer verwitterten Zementstruktur lösen und in die Atemluft gelangen, steigt das Gesundheitsrisiko durch Einatmen feinster Asbestfasern.

Das Bayerische Umwelt- und Verbraucherministerium warnt auf seinem Verbraucherportal eindringlich vor dem sorglosen Umgang mit Asbest im und am Haus: „Jegliche mechanische Bearbeitung wie Brechen, Schneiden oder Sägen ist genauso verboten wie das Säubern von asbesthaltigen Dächern und Fassaden mit Bürsten oder Hochdruckreinigern“. Selbst das Überdecken mit anderen Baustoffen, die Montage von Solar- oder Photovoltaikanlagen auf Asbestdächern sowie das Wiederverwenden oder Verschenken ausgedienter Platten sind strafbar. Nicht einmal Holzstapel dürften damit abgedeckt werden.

Asbestfasern wurden bis in die 90er Jahre in vielen Bauprodukten eingesetzt, die zunehmend in ein kritisches Alter kommen. Gefahr lauert dabei vor allem auf mehreren hunderttausend Dächern, die bis 1991 mit asbesthaltigen Faser- und Wellzementplatten gedeckt werden durften. Danach wurde Asbest in Europa verboten. Dennoch gehen Fachleute davon aus, dass allein in Deutschland noch 35 Millionen Tonnen asbesthaltiges Material verbaut sind, von denen derzeit jährlich nur 35.000 Tonnen entsorgt werden. Schätzungen sprechen davon, dass in den kommenden Jahrzehnten allein in Deutschland mehr als 80.000 Asbest-Dächer saniert werden.

Quelle: APA-OTS