China ist weiterhin weltweit wichtigster Rohstoffproduzent und Importeur

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Kupfermine (Foto: © Rainer Gräser / http://www.pixelio.de)

Hannover — China ist weiter der mit Abstand bedeutendste Produzent von Rohstoffen (168 Mrd. US-$, 22 Prozent Weltmarktanteil) und Raffinadeprodukten (943 Mrd. US-$, 47 Prozent Weltmarktanteil). Auf den Plätzen 2 und 3 folgen Brasilien und Australien. Das ergab eine Studie der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) zu den weltweiten Vorkommen und der Produktion mineralischer Rohstoffe (ohne Energierohstoffe und Baurohstoffe). Der Vergleich, der auf den Daten aus 180 Ländern basiert, liefert einen Überblick über die Reserven (technisch und wirtschaftlich gewinnbare Rohstoffe), Ressourcen sowie Bergwerks- und Raffinadeproduktion nach dem Wert der Rohstoffe.

Brasilien hat zwar nur die drittgrößte Bergbauproduktion, liegt aber aufgrund der deutlich größeren Raffinadeproduktion im Gesamtranking vor Australien. Auf den weiteren Plätzen folgen Russland, die USA, Kanada, Südafrika, Indien und Chile. In diesen neun Ländern fanden insgesamt 69 Prozent der weltweiten Bergbauproduktion und 66 Prozent der Raffinadeproduktion statt. Zusätzlich verfügen diese Staaten über 74 Prozent der Rohstoffreserven und 63 Prozent der Ressourcen.

Die Bergwerksproduktion wird im weltweiten Vergleich von Eisenerz (33 Prozent), Gold (16 Prozent) und Kupfer (15 Prozent) dominiert. China, Australien und Brasilien hatten im Jahr 2014 einen Anteil von knapp 70 Prozent an der weltweiten Eisenerzproduktion. Bei Kupfer liegt Chile mit einem Produktionsanteil von über 30 Prozent vorn. Bei Gold ist China mit 15 Prozent Weltmarktführer.

Deutschland auf Platz 26

Deutschland belegt im Ländervergleich insgesamt Platz 26. Zur Bergbauproduktion trugen vor allem Kalisalz, Steinsalz, Kalk und Kaolin bei. Die Rohstoffreserven basieren im Wesentlichen auf Kalisalz,;bei den Ressourcen verfügt Deutschland neben Kali lediglich über kleinere Vorkommen an Kupfer im Kupferschiefer von Spremberg sowie Zinn, Wolfram und Flussspat. Dagegen gehört Deutschland bei der Raffinadeproduktion zu den führenden Nationen (Platz 8). Zu diesem Ergebnis trägt vor allem die Stahlproduktion bei. Aber auch Kupfer, Zement, Aluminium, Blei und Zink spielen eine entscheidende Rolle.

Obwohl China der mit Abstand größte Rohstoffproduzent ist, zählt das Land nicht zu den führenden Exporteuren. China benötigt den Großteil seiner produzierten Metalle und Minerale selbst und ist zusätzlich mit Abstand der weltweit größte Importeur von Bergbauprodukten. Australien hingegen ist weltweit der größte Rohstoffexporteur. Das Land hatte im Jahr 2014 einen Anteil von 28 Prozent am weltweiten Export. Die wichtigsten Rohstoffe des australischen Exports sind Eisen, Aluminium, Gold, Kupfer, Nickel, Zink und Blei. Zweitwichtigster Rohstoffexporteur ist Chile.

Anteil afrikanischer Länder am Bergbau gering

In der BGR-Studie wird der Handel mit den Rohstoffen Bauxit/Aluminium, Blei, Eisenerz, Kupfer, Nickel, Zink, Zinn, Silber und Gold dargestellt. Für diese Rohstoffe werden die wichtigsten Produzenten und Verbraucher genannt.Zudem wird die Bedeutung des Rohstoffsektors für die Wirtschaft der einzelnen Länder beleuchtet.

Der Anteil afrikanischer Länder am Wert der weltweiten Bergbauproduktion ist mit lediglich 11,4 Prozent vergleichsweise gering, mit Abstand wichtigstes Produktionsland ist Südafrika. Trotzdem ist der Bergbausektor für viele afrikanische Länder ein wichtiger Faktor: für 22 Länder hat die Produktion mineralischer Rohstoffe, gemessen am Wert der Produktion im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt und den Exporten, eine große bis sehr große Bedeutung.

Die Studie „Vorkommen und Produktion mineralischer Rohstoffe – ein Ländervergleich“ steht unter bgr.bund.de zum Download bereit.

Quelle: Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe