DUH hält Lösung zur Entsorgung HBCD-haltiger Dämmplatten für eine Mogelpackung

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Berlin — Das Bundeskabinett hat vorgestern eine Verordnung beschlossen, die den Umgang mit schadstoffhaltigen Abfällen, darunter auch HBCD-haltige Gebäudedämmplatten, regelt. HBCD-haltige Abfälle sind eine Gefahr für Umwelt und Gesundheit und sollten aus Sicht der Deutschen Umwelthilfe (DUH) als gefährlicher Abfall eingestuft und entsprechend behandelt werden. Die DUH fordert den Bundesrat auf, im Plenum sein Veto gegen den Beschluss einzulegen und die Einstufung von HBCD als gefährlichen Abfall festzulegen.

Barbara Metz, stellvertretende Bundesgeschäftsführerin der DUH, kommentierte: „Der heutige Beschluss des Bundeskabinetts ist nichts weiter als ein Minimalkompromiss, der abermals der Industrie zu Gute kommt und dabei den Ressourcen- und Umweltschutz außer Acht lässt. Das in Dämmplatten als Flammschutzmittel eingesetzte HBCD ist für Mensch und Tiere äußerst giftig. HBCD-belastete Dämmstoffabfälle und alle anderen Abfälle, die persistente organische Schadstoffe enthalten, sind daher als Sondermüll zu betrachten.“

Anstatt die Entsorgungsanforderungen herunterzuschrauben, werde ein Hersteller-getragenes Rücknahmesystem für potenziell schadstoffhaltige Produkte wie Dämmstoffe oder Textilien benötigt. Außerdem sollten verfügbare Recyclingtechniken zum Abtrennen der Schadstoffe und Zurückgewinnen der Rohstoffe angewendet werden. Der Bundesrat sollte den Beschluss ablehnen und dafür Sorge tragen, dass die Verordnung entsprechend geändert wird.“

Weitere Informationen sind unter duh.de erhältlich.

Quelle: Deutsche Umwelthilfe (DUH) e.V.