IKB: Versorgung mit Altkupfer zur Recyclingproduktion etwas entspannter

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Kupferschrott (Foto: Alexas_Fotos / Pixabay)

Düsseldorf — Die weltweite Kupferminenproduktion ist bis Ende Februar 2017 um rund 2 Prozent gesunken. Die Kapazitätsauslastung der Kupferminen ist nach der Erweiterung der globalen Kapazitäten um 5 Prozent zurückgegangen. Einer der Gründe war der Streik in der weltgrößten Kupfermine Escondida. Die Raffinadeproduktion blieb in den ersten beiden Monaten des Jahres stabil bei einer leicht niedrigeren Kapazitätsauslastung, meldet die IKB Deutsche Industriebank.

Der weltweite Verbrauch nahm dagegen um 3 Prozent ab. Der Nachfragerückgang in China war der Haupttreiber. Während die Verbräuche in Amerika sanken, war in Europa (+1,5 Prozent) und dem übrigen Asien (+6 Prozent) ein Zuwachs zu verzeichnen. Nachdem es 2016 zu einem weiteren Defizit in der Raffinadeproduktion von rd. 120.000 t gekommen war, dürfte der Markt 2017 balanciert sein.

Die Kupfervorräte an der LME zogen zuletzt weiter an. Ende Mai 2017 lagen diese bei rund 311.000 t. Die Lagerbestände an der SHFE sind seit ihrem Höchststand gesunken: Sie betragen nun knapp 200.000 t. Die Bestände der COMEX stiegen dagegen an und liegen bei 158.000 t. Unverändert dient ein Großteil der Volumina der Absicherung von Finanztransaktionen. Die weltweiten Vorräte reichen für den Bedarf von 10 Tagen. Eine anziehende Minenproduktion sollte die Versorgungslage weiter verbessern. Dadurch könnte ein Druck auf die Preise entstehen. Die Versorgung mit Altkupfer für die Recyclingproduktion dürfte sich aktuell etwas entspannt haben.

Der Kupferpreis war im Verlauf des Mai stark volatil. Belastend dürften die Rückgänge der physischen Nachfrage in China gewesen sein. Zudem musste der Markt Rückgänge in der investiven Nachfrage hinnehmen: Die Zahl der Handelskontrakte sank im Mai 2017 um rund ein Viertel. Dies stellt eine Halbierung seit Januar dar. Für das Jahr 2017 erwartet die IKB eine Nachfragebelebung in Osteuropa und Russland. Weltweit ergibt sich ein Gesamtbedarf von 24 Mio. t. Trotzdem wird erstmals seit mehreren Jahren wieder ein Angebotsüberschuss der Raffinadeproduktion über die physische Kupfernachfrage erwartet. Der bisher angefallene Angebotsüberschuss von150.000 t dürfte nicht so schnell zu reduzieren sein. Bis Ende des dritten Quartals 2017 sieht die IKB daher ein Preisniveau von 5.700 US-$/t mit einem Band von 400 US-$ je t um diese Marke.

Quelle: IKB Deutsche Industriebank