IKB: Preise für Nickelpreis beständig, für Ferrochrom ausbalanciert

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2 Euro-Münze mit Nickelgehalt (Foto: ©I-vista /http://www.pixelio.de)

Düsseldorf — Im Jahr 2016 ist es zu einer leicht höheren Nickelproduktion sowie einem Verbrauchzuwachs auf 2,03 Mio. t gekommen. Obwohl infolge einer steigenden Rostfrei-Produktion der Bedarf an Ferrochrom 2017 zunimmt, ist es zuletzt zu deutlichen Preiskorrekturen gekommen. Der Markt für Ferromolybdän war zuletzt von einer niedrigen Spotmarktnachfrage, guter Verfügbarkeit sowie sinkenden Vormaterialkosten gekennzeichnet, meldet die IKB Deutsche Industriebank.

Die höhere Nickelproduktion korrespondiert mit einem Angebotsdefizit von 38.000 t, was jedoch bei den vorhandenen Nickelvorräten problemlos war. Für 2017 sieht die IKB bei weiter anziehender Produktion und Verbrauch erneut ein kleines Angebotsdefizit. Die Höhe der Nickel-Lagerbestände an der LME von rund 379.000 t Ende Mai 2017 verhindert weiterhin starke Preissprünge. Zudem befinden sich noch 80.000 t an der SHFE. Die steigenden indonesischen Erzexporte sowie deren höhere eigene Schmelzproduktion begrenzt den Preisanstieg. Zudem rechnet die IKB nach der Entlassung der philippinischen Umweltministerin dort nicht mehr mit größeren Minenschließungen. Daher sieht sie den Nickelpreis bis Ende September 2017 in einem Band von 1.200 US-$ um 9.100 US-$/t.

Beim Ferrochrom lag schon für das zweite Quartal 2017 der Benchmark-Preis zwischen europäischen Werken und südafrikanischen Ferrochromschmelzen wieder leicht unter Vorquartal. Allerdings war im ersten Quartal 2017 auch ein Anstieg von 50 Prozent erfolgt. Vor allem aber hielten sich die Einkäufer am Spotmarkt zurück, was darauf deutet, dass ab Mai die Marktversorgung wieder zufriedenstellend ist. Es zeichnet sich aber für das Gesamtjahr ab, dass der Markt gut ausbalanciert sein dürfte. Wir sehen den Ferrochrompreis bis Ende September 2017 um die Marke von 8,25 US-$ je kg Reinchromgehalt in einer Bandbreite von 1,00 US-$ je kg.

Bei Ferromolybdän zeichnen sich zwar für das laufende Jahr Verschiebungen bei der Inbetriebnahme neuer Minen ab, die Gefahr eines größeren Angebotsdefizits für das Jahr 2017 scheint jedoch erst einmal geringer geworden. Zudem erwartet die IKB eine sich nur langsam belebende Investitionstätigkeit in der Öl- und Gasexploration. Sollten jedoch einige chinesische Produzenten ihre angekündigten Produktionskürzungen wirklich umsetzen, dürfte dies gemeinsam mit der höheren Nachfrage der Edelstahlindustrie den Preis in der zweiten Jahreshälfte anziehen lassen. Vorerst sieht die Industriebank bis Ende des dritten Quartals 2017 den Ferromolybdänpreis bei rund 19,00 US-$/kg mit einer Bandbreite von 2,50 US-$ je kg.

Quelle: IKB Deutsche Industriebank