UBA: Siedlungsabfallmenge seit 2002 verringert; Rohstoffkonsum gesunken

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Metallschrott (Foto: Marc Weigand)

Dessau-Roßlau — Die Menge der Siedlungsabfälle hat sich seit 2002 leicht verringert: Lag sie im Jahr 2002 noch bei 52,8 Millionen Tonnen (Mio. t), war der Tiefpunkt des Aufkommens im Jahr 2006 bei 46,4 Mio. t erreicht. Seit 2011 ist eine Stabilisierung auf einen Wert von rund 50 Mio. t zu beobachten. Seit 2002 ist ein klarer Anstieg der Recyclingquoten erkennbar. Die Recyclingquote bei Siedlungsabfällen lag 2012 erstmalig über 65 Prozent und hat nach einem Rückgang 2013 diesen Wert 2014 erneut überschritten. 

Diese Zahlen sind den „Daten zur Umwelt 2017“ zu entnehmen, die das Umweltbundesamt anlässlich des Weltumwelttags am 5. Juni herausgegeben hat. Im Kapitel „Rohstoffe und Abfall“ geht die Broschüre auch auf Rohstoffproduktivität und Rohstoffkonsum in Deutschland ein. Danach erhöhte sich die Gesamtrohstoffproduktivität in Deutschland zwischen 2000 und 2011 um 19,6 Prozent. Grund war vor allem das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes (BIP) und der Importwerte um mehr als 25 Prozent. Gleichzeitig wurden im Jahr 2011 nur 5 Prozent mehr Primärrohstoffe eingesetzt als im Jahr 2000.

Auch wenn die Entkopplung der Größen positiv zu bewerten ist, ist der absolute Rohstoffeinsatz immer noch zu hoch (siehe Indikator „Rohstoffkonsum“). Das Krisenjahr 2009 war ein Ausnahmejahr: Der Einsatz von Primärrohstoffen ging noch stärker zurück als das BIP. Im Jahr 2010 lagen die Größen wieder bei den Werten von 2008. Zwischen 2000 und 2010 ist die Rohstoffproduktivität um jährlich 1,57 Prozent gestiegen.

Der Rohstoffkonsum pro Kopf sank zwischen 2000 und 2011 von 18,6 Tonnen (t) auf 16,2 t und damit um 13 Prozent. Für diesen Rückgang ist vor allem die Entwicklung der volkswirtschaftlichen Investitionen verantwortlich. Insbesondere die Investitionen in Bauten und Ausrüstungen und sonstige Kapitalgüter gingen zwischen 2000 und 2010 um 30 Prozent zurück. Die sich erholende Baukonjunktur lässt den Rohstoffkonsum wieder ansteigen. In den vergangenen Jahren entwickelte sich der Indikator in keine eindeutige Richtung.

Die „Daten zur Umwelt 2017“ können unter umweltbundesamt.de heruntergeladen werden.

Quelle: Umweltbundesamt