RAL-CO2OL-Print: CO2 sparen durch konsequente Kühlgeräte-Rückproduktion

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Quelle: RAL - Gütegemeinschaft Rückproduktion von Kühlgeräten e.V.

Blieskastel — In Europa sind noch immer ca. 40 Prozent der zum Recycling anstehenden Kühlgeräte potentielle Klimazeitbomben. Zwar wurden 1987 durch das Montreal-Protokoll Produktion und Verwendung von Fluorchlorkohlenwasserstoffen (FCKW) beispielsweise in Kühlgeräten erfolgreich gestoppt. Jedoch befindet sich in den europäischen Haushalten nach wie vor eine riesige Anzahl von Altkühlgeräten aus der Zeit vor dem Produktionsstopp.

Die noch anstehende Menge an FCKW-haltigen Geräten stellt kein Problem dar, wenn die im Rahmen der Behandlung erfolgte Entnahme der Umweltgifte konsequent, transparent und unter Berücksichtigung höchster Umweltstandards erfolgt. Dann kann von einer Rückproduktion der Kühlgeräte gesprochen werden. Aufgrund der extrem hohen CO2-Äquivaltente der FCKW stellt deren Emissions-Vermeidung einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz dar. Das von der RAL-Gütegemeinschaft Rückproduktion von Kühlgeräten e.V. entwickelt Tool RAL-CO2OL-Print macht die CO2-Einsparungen transparent und nachvollziehbar.

Die Fakten sprechen eine klare Sprache: Alleine in den mehr als 200 Millionen privaten Haushalten der Europäischen Union leisten nach Einschätzung von Branchenexperten noch mehr als 25 Millionen FCKW- und FKW-haltige Kühlgeräte ihren Dienst. Würden die darin enthaltenen Kälte- und Treibmittel nicht fachgerecht entnommen, sondern komplett an die Umwelt freigesetzt werden, entstünde ein Klimaschaden von mehr als 60 Millionen Tonnen CO2-Emissionen. Zur Verdeutlichung: Der jährliche CO2-Ausstoß Deutschlands aus dem Bereich Verkehr beträgt 160 Millionen Tonnen. Daraus erwächst zwingend die Notwendigkeit, die Behandlung der Altgeräte unter Anwendung höchster Standards vorzunehmen.

Standard- und Normeninstitutionen wie RAL und DIN haben der Recyclingwirtschaft zielführende Regelwerke an die Hand gegeben. Die europäische Norm EN 50574:2012 und die dazu gehörende Technische Spezifikation TS EN50574-2:2014 sind in Deutschland als DIN-Normen veröffentlicht und regeln die umwelt- und klimagerechte Behandlung von Altkühlgeräten. Miterfasst werden dabei selbstverständlich auch Geräte, die in der Post-FCKW-Zeit produziert wurden. Diese Kühl- und Gefriergeräte wurden mit Chlor- und Fluorfreien Kohlenwasserstoffen wie R600a für den Kältekreislauf und Pentan als Isoliermaterial produziert. Da die WEEE-Richtlinie und deren nationale Ausführungsgesetze auch die Entnahme und anschließende Erfassung vorgeben, enthalten die EN-Norm und ihre begleitende Technische Spezifikation entsprechende Vorgaben an die Mengen zu erfassender Kälte- und Triebmittel – nicht nur für FCKW-, sondern auch deren KW-haltige klimafreundliche Pendants aus dem halogenfreien Bereich.

Hinsichtlich der CO2-Bilanz ist die gemeinsame Verarbeitung von FCKW- und KW-haltigen ein absolutes Muss. Spezialisierte Fachunternehmen entnehmen nicht nur vollständig alles FCKW und KW aus den Geräten, sondern bieten auch den Vorteil, Materialien wie Eisen, Kupfer, Aluminium und Kunststoffe in höchster Reinheit gewinnen zu können. Deren weitere Verarbeitung zu neuen Produkten leistet einen Beitrag zur Schonung der entsprechenden Material-Ressourcen und trägt zu einer guten CO2-Bilanz der Kühlgeräte-Rückproduktion bei, weil der Einsatz dieser Materialien im stofflichen Recycling im Vergleich zur Neuproduktion CO2-Emissionen einspart.

Die RAL-Gütegemeinschaft hat als wesentlichen Bestandteil der Qualitätskontrolle das sogenannte „RAL-CO2OL-Print“ Tool eingeführt. Wichtiger Bestandteil dieses Tools ist die Ermittlung der im Tagesbetrieb vermiedenen CO2-Emissionen. Dabei werden die tatsächlich erfassten FCKW- und KW-Mengen aus Kältekreislauf und Isolierung kontinuierlich erfasst und ihren entsprechenden CO2-Äquivalenten entgegengestellt. Gleiches wird für die tatsächlich entnommenen Metalle und Kunststoffe ermittelt. Unter Abzug der bei der Rückproduktion entstehenden CO2-Emissionen (Energieverbrauch, Diesel etc.) erstellt die Gütegemeinschaft eine CO2-Bilanz, die die Rückproduktion monatlich, viertel- oder halbjährlich beurkundet.

Quelle: RAL – Gütegemeinschaft Rückproduktion von Kühlgeräten e.V.