VDM opponiert gegen CLP-Einstufung von Kupfergranulat

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Kupferrohre (Foto: Alexas_Fotos / Pixabay)

Berlin — ECHA (European Chemicals Agency) und RAC (Ausschuss für Risikobewertung) kontrollieren zurzeit Kupfergranulat auf gesundheits- und umweltschädigende Kriterien. Hintergrund ist ein Biozid-Antrag, in dem „Kupfergranulat“ als Inhaltsstoff genannt ist. Das European Copper Institute hat in einem wissenschaftlichen Gutachten auf die problematische und einseitige Definition hingewiesen. Der Verband Deutscher Metallhändler e.V. schließt sich dem Einspruch seines Dachverbands EuRIC an und opponiert gegen eine Einstufung nach CLP-Verordnung (Classification, Labelling and Packaging) ab.

„Eine Einstufung von Kupfergranulat als gesundheitsgefährdend ist absurd. Wäre dies der Fall, müssten wir wohl alle Kupferleitungen und Kupferschmuck in Deutschland umgehend ersetzen“, erklärt Ralf Schmitz, Hauptgeschäftsführer des Verband Deutscher Metallhändler e.V. Die Folgen einer solchen Charakterisierung wären gravierend für die Metallhandels- und Recyclingbranche. „Allein der damit verbundene bürokratische Aufwand durch eine Kennzeichnungspflicht würde nicht nur unsere Mitglieder unnötig Geld und Zeit kosten.“

Wie weit hergeholt ein gesundheits- und umweltgefährdender Aspekt bei Kupfer ist, zeigen verschiedene Studien und die Verwendung von Kupfer. So besitzt Kupfer eine keimresistente und keimtötende Wirkung und wird daher für Oberflächen in Krankenhäusern genutzt. Des Weiteren ist Kupfergranulat nicht wasserlöslich und kann lediglich über Verschlucken vom Körper aufgenommen werden.

Vom 4. April bis 19. Mai haben die Verbände sich an der Konsultation beteiligt und den Ausführungen des European Copper Institute (ECI) angeschlossen. Dieses hat Fakten gesammelt, die eine Einstufung von Kupfergranulat in das Chemikalienrecht verhindern sollen. Gegenwärtig prüft der Ausschuss für Risikobewertung diese Einwände. Mit einem Ergebnis der Prüfung wird in 18 Monaten gerechnet.

Quelle: Verband Deutscher Metallhändler e.V. (VDM)